Bremen Bremen wählt traditionell bei Bundestagswahlen rot. Die SPD scheint auf die Direktmandate im kleinsten Bundesland abonniert zu sein. Auch am Sonntag gelten die Sozialdemokraten Carsten Sieling und Uwe Beckmeyer in den Wahlkreisen 54 (Bremen I) und 55 (Bremen II/Bremerhaven) als klare Favoriten.

Zwei Mandate sind Bremen sicher. Hinzu kommen einige Plätze über die Landeslisten. Derzeit ist der Zwei-Städte-Staat mit sechs Abgeordneten in Berlin vertreten. Neben Sieling und Beckmeyer sitzen CDU-Urgestein Bernd Neumann, seit 1987 im Bundestag und seit 2005 Kulturstaatsminister, die Grüne Marieluise Beck, die seit 1983 mit einer vierjähriger Unterbrechung permanent dabei ist, sowie Torsten Staffeldt (FDP) und Agnes Alpers (Linke), die seit 2009 im Bundestag sind.

Die Wahlforscher rechnen damit, dass für Bremen fünf Mandate herausspringen. Als Faustformel gilt seit Jahren: Wenn eine Partei im Land Bremen mindestens zehn Prozent der Stimmen holt, hat sie gute Chancen auf ein Bundestagsmandat. Folgt man aktuellen Umfragen, dann wackelt vor allem der liberale Sitz.

Die SPD musste 2009 herbe Verluste einstecken und fiel auf 30,3 Prozent zurück. Die CDU holte 23,9 Prozent, die Grünen 15,4, die Linken 14,3 und die FDP 10,6 Prozent der Zweitstimmen. In der Stadt Bremen sackte die SPD erstmals unter die 30-Prozent-Marke (29,9 Prozent). Und Carsten Sieling gewann seinen Wahlkreis nur noch mit 9000 Stimmen Vorsprung vor der CDU-Kandidatin Rita Mohr-Lüllmann.

Letztgenannte ist längst im politischen Orkus verschwunden. Die CDU tritt mit einer neuen Spitzenkandidatin an: Elisabeth Motschmann. Die 60-jährige frühere Staatsrätin tritt die Nachfolge von Neumann (71) an, der nicht wieder kandidiert. Motschmanns Einzug in den Bundestag gilt als sicher. Für die Grünen tritt die 61-jährige Beck erneut an – auch sie wird das Ticket buchen. Auch Staffeldt (50) und Alpers (52) treten erneut auf den jeweils ersten Plätzen der Landeslisten ihrer Parteien an. Die Linke brach Ende Juni im Plenarsaal zusammen. Anfang September kam sie von der Intensivstation.

Bleiben noch ein paar Zahlen: Im Land Bremen bewerben sich 63 Kandidaten. 14 Parteien treten mit Landeslisten an. Im Wahlkreis 54 entscheiden rund 250 000 Wahlberechtigte, im Wahlkreis 55 etwa 230 000, davon 80 000 aus Bremerhaven, darüber, wem sie ihre Kreuze geben. Knapp 23 000 sind Erstwähler. Die Wahlbeteiligung war 2009 auf 70,1 Prozent gesunken – der niedrigste Wert aller westdeutschen Länder.

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