BREMEN Der Bremer CDU-Landeschef Thomas Röwekamp hat am Freitagabend auf dem Sonderparteitag zum Wahldebakel im Swissôtel Fehler im Wahlkampf eingeräumt. So sei es ein Fehler gewesen, Leitfiguren wie die früheren Senatoren Hartmut Perschau und Josef Hattig sowie den langjährigen Parteichef Bernd Neumann nicht genug in die Debatte einzubeziehen.

„Es ist eine schwere Zeit für uns als Bremer CDU“, sagte Röwekamp vor rund 220 Delegierten zum Auftakt des Abends, der von teils hitzigen Äußerungen geprägt war. Mit einem Parteitag sei die Aufarbeitung nicht beendet. Das wiederum, so möchte Röwekamp, soll ein Landesfachausschuss übernehmen.

Der Parteichef mahnte in seiner engagierten aber sachlichen Rede eine Diskussion „mit Ruhe und dem richtigen Ton“ an. Klar machte er unter Beifall auch, dass Verantwortung für ihn nicht bedeute, sich „bei schlechtem Wetter vom Acker zu machen“. Er wolle der Partei weiter dienen. Röwekamp regte an, 2012 vor der Wahl eines Landesvorsitzenden eine Mitgliederbefragung durchzuführen. „Wer Vorsitzender werden will, darf keine Angst vor der Basis haben. Ich habe keine Angst“, sagte er.

Die Fehler für das Absacken der CDU bei der Bürgerschaftswahl auf rund 20 Prozent schob Röwekamp nicht nur auf das „bundespolitisch schwierige Fahrwasser“. Grundsätzlich hielt er die Entscheidungen zu den Themen Bildung, Finanzen und Inneres für richtig.

Allerdings müsse man sich fragen lassen, ob man auf „pure Parteitaktik statt Wahrheit“ hätte setzen sollen. Er sei für die Wahrheit. Röwekamp erinnerte daran, dass er inhaltliche, programmatische und personelle Entscheidungen nicht allein getroffen habe, sondern diese gemeinsam gefällt worden seien. Erstmals habe bei den Wahlen die notwendige Geschlossenheit gefehlt. Neben der mangelnden Einbeziehung von Leitfiguren sei auch die frühe Wahl der Fraktionsspitze ein Fehler gewesen, gestand Röwekamp ein. Mangelnde Integrationsfähigkeit wies Röwekamp zurück.

Die wiederum warf ihm unter anderem der frühere Wirtschaftssenator Hartmut Perschau vor. Zudem habe ihn die Eile bei der Wahl der Fraktionsspitze entrüstet. Er appellierte unter Applaus an den Landesvorstand, unterschiedliche Menschen zusammenzuführen und nicht die auszugrenzen, „die einem nicht passen“. Das schlechte Ergebnis der CDU sei „ganz bitter“. Man müsse wieder Volkspartei werden und die Menschen in der Breite erreichen. Perschau: „Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass jetzt die Bergetappe kommt. Man braucht viel mehr Energie, um wieder nach oben zu kommen.“ Er unterstützte den Antrag aus Borgfeld auf einen sofortigen Neuanfang.

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