Bremen Die Idee war so fortschrittlich wie naheliegend – es ging darum, zwei Transportwege miteinander zu verbinden, das Wasser und die Schiene. Die Eisenbahn als Symbol der Industrialisierung trieb diese zugleich voran. Ganz besonders zeigt sich diese Kraft in der Bremischen Hafeneisenbahn. Sie hat vor 160 Jahren Fahrt aufgenommen.

Bremens Eisenbahnanschluss 1847 hatte einen Bau- und Wirtschaftsboom in der Stadt befeuert. Zehn Jahre später, 1857, begann der Bau des Weserbahnhofs. „Er sollte Güter aufnehmen, die kleinere Seeschiffe und Kähne von der Unterweser brachten“, heißt es im „Großen Bremen-Lexikon“ des Historikers Herbert Schwarzwälder (1919 bis 2011).

Der Weserbahnhof war der erste „modern organisierte Hafen in Bremen“, heißt es im „Zeitsprung“, einem 2002 veröffentlichten Band über die Geschichte der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft. Der Weserbahnhof wurde – wie ab 1888 der Freihafen – von Beginn an „als Eisenbahnhafen geplant“. Das Hauptargument dafür war eben der zeitsparende Umschlag „von einem Verkehrsmittel zum nächsten“.

Begonnen hatten die Planungen im Jahr 1850. Wer gute Verkehrsverbindungen ins Hinterland schafft, bleibt im Geschäft – das hatten die Bremer schnell erkannt. Bedenken hingegen hatten Lagerhausbetreiber. Sie fürchteten, wegen des schnelleren Umschlags Einnahmen zu verlieren.

1847 war der Hannoversche Bahnhof – der erste Bahnhof Bremens – eröffnet worden. „Nun galt es, die Flächen zu sichern, die eine Verbindung zwischen der Strecke nach Hannover und der Weser ermöglichen sollten“, so ein Sprecher der Hafengesellschaft Bremenports. „Gleise mit einer Länge von 1,75 Kilometern waren erforderlich, um die erste Anbindung der bremischen Hafenanlagen an das Netz der Eisenbahn zu schaffen. Die auf Kosten Bremens errichtete Strecke vom Hannoverschen Bahnhof an die Weser verlief zweigleisig bis zum neu errichteten Weserbahnhof und wies vier durch Barrieren getrennte Übergänge auf.“ Am 1. Februar 1860 nahm die Hafeneisenbahn ihren Betrieb auf.

1867 folgte dann die zunächst eingleisige Bahnstrecke Oldenburg – Bremen, für die die Weserbrücke und der Bahnhof Neustadt gebaut wurden. Die Rechnung ging auf. Der Weserbahnhof brachte den Bahnverkehr in den Häfen mächtig in Schwung. Schon nach fünf Jahren lag der Bahnanteil bei den Landtransporten bei 80 Prozent. Bei den Planungen neuer Hafenanlagen gehörten Schienen fortan ganz selbstverständlich dazu.

Heute gilt das erst recht. „Bremens stetiger Fokus auf die enge Verbindung zwischen Eisenbahn und Häfen hat dafür gesorgt, dass wir heute einer der dynamischsten Eisenbahnhäfen mit einem europaweit beachteten hohen Bahnanteil im Hinterlandverkehr sind“, so Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD). Zur Bremischen Hafeneisenbahn gehören heute 193 Kilometer Gleise, 500 Weichen und 50 gesicherte Bahnübergänge.

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