Bremen Pöbeleien und Schimpftiraden gegen ehrenamtliche Mitarbeiter, beispielsweise, wenn sie kein weißes Fleisch anbieten können, alte Frauen in der Warteschlange, die weggedrängt, andere, die belästigt werden – all das wirft die „Tafel“ in Essen Migranten vor. Sie hat die Reißleine gezogen und nimmt vorübergehend keine Ausländer mehr in die Kartei auf, zumal diese inzwischen einen Anteil von 75 Prozent ausmachen. Wie ist die Situation in Bremen? Gibt es hier auch Ärger oder läuft alles rund?

Nichts erinnert bei der Hauptniederlassung der „Bremer Tafel“ in Hemelingen an Zustände, wie sie Essen beschreibt. Um 13 Uhr öffnen am Freitag die Tore. Schnell füllt es sich im Wartesaal. Dort stehen Stühle bereit. Viele Besucher nutzen die Gelegenheit, um vor dem Einkauf ausgiebig zu klönen. 30 bis 40 Prozent der Kunden haben einen ausländischen Pass, darunter waren während des Asylzustroms etwa 25 Prozent Flüchtlinge. Sie sind mittlerweile im Hartz-IV-Bezug, so Uwe Schneider, Vorsitzender des Trägervereins „Bremer Tafel“.

Alles läuft ruhig und geregelt. Zum Eintritt erbittet die „Tafel“ eine Spende von zwei Euro von Singles und drei Euro von Mehrpersonenhaushalten. „Dafür gibt es einen Einkauf, der normal 30 bis 40 Euro kostet. So erweckt der Einkauf auch nicht den Eindruck eines Almosens“, so Schneider.

Leute, die unhöflich werden, seien die Ausnahme, aber in allen Personengruppen zu finden. „Wenn die zu sehr stören, nehmen wir für 14 Tage den Ausweis weg oder erteilen Hausverbot.“ Das sei selten.

Die Arbeit bei der „Tafel“ beginnt bereits um 8 Uhr. Dann gehen fünf Klein-Lkw auf Tour, fahren auf ihren festen Touren die Spender ab: Lebensmittelgeschäfte großer Ketten, Großhändler, den Großmarkt und auch große Lebensmittelproduzenten sowie Bäckereien. Etwa 7 000 Menschen profitieren in Bremen von den „Tafeln“, 25 Prozent sind über 65.

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