Bremen Leerstand oder Puffer? Ein bisschen von beidem. In den Asylheimen in Bremen sind baurechtlich knapp 5 000 Plätze zugelassen. Einige sind bereits abgebaut, so dass zur Zeit effektiv 4 200 Plätze zur Verfügung stehen, wie Bernd Schneider, Sprecher des Sozialressorts, auf Nachfrage sagt. Belegt sind in der Stadt davon nur 3 000 Plätze. „Ein Puffer muss sein“, sagen das grüne Ressort und die SPD. „Kopflose Planung und zu lange Mietverträge“, schimpft die CDU.

Planung ist schwierig

„Wir werden auf jeden Fall freie Plätze vorhalten, um nicht wieder in die Bredouille zu geraten“, sagt Schneider. Und äußert sogleich Kritik am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. „Seit vielen Monaten“ gebe es keine Prognosen mehr vom BAMF, wie es eigentlich sein sollte. Schneider: „Das macht unsere Planung schwierig.“

Sind alle 5 000 Plätze belegt, bedeutet das laut Schneider vier Menschen auf 15 Quadratmetern. Und: Bei sechs Betten in einem Raum bekommt eine fünfköpfige Familie einen Unbekannten hinzu. Das ist jetzt anders: Die Stadt hat die Belegungsdichte gesenkt, so Schneider.

Fast alle 33 Asylunterkünfte in Bremen sind angemietet. Zu den 4 200 Plätzen der Stadt kommen 1 200 des Landes. Auch sie befinden sich in der Stadt Bremen, wie beispielsweise im alten Vulkan-Gebäude in Vegesack (700 Plätze) und im früheren Kreiswehrersatzamt an der Falkenstraße (200 Plätze). Das Gebäude Falkenstraße wird Ende des Jahres geschlossen. Noch in diesem Monat soll ein Konzept vorliegen, welche Heime geschlossen werden und wo eine Nachnutzung – zum Beispiel als Studentenwohnungen – möglich ist. Klar sei, dass neben der Falkenstraße 2 300 Plätze in Container- und Modulbauten am Schiffbauerweg aufgegeben werden sollen, ebenso die Plätze an der St.-Jürgen-Straße. Etwa ein Viertel der 33 Unterkünfte biete sich für eine Nachnutzung an, heißt es.

Das sieht auch Klaus Möhle, einst bei den Grünen, längst bei der SPD, so. Völlig leerstehende Unterkünfte will er abbauen, in anderen die Belegungsdichte verringern, den Menschen mehr Platz einräumen.

Nutzung für Studenten

Beim Thema Nachnutzung hat sich bereits das Studentenwerk ins Spiel gebracht. „Zwei mögliche Standorte in der Neustadt und der Überseestadt werden wir in den nächsten Wochen besichtigen“, sagt Geschäftsführer Hauke Kieschnick. Dort befinden sich Hochschule und Kunsthochschule. Sigrid Grönert (CDU) wirft dem Sozialressort „mangelhafte Kalkulation und kopflose Planung“ vor. Sie bezieht sich auf die 5 000 zugelassenen Plätze. 2 000 seien nicht belegt. Grönert: „Das ärgert mich. Denn bei Mietkosten von bis zu 100 000 Euro pro Jahr und Objekt ist das ein erheblicher finanzieller Schaden.“ Auch die Linken hatten langfristige Mietverträge moniert.

Dazu erklärt Schneider, dass Investoren etliche Unterkünfte speziell als Asylheime hergerichtet hätten, diese seien dann auf zehn Jahre finanziert. Bei einer Miete auf fünf Jahre hätte Bremen nichts gespart, meint Schneider. „Die Miete wäre schlicht in der Zeit höher ausgefallen“, so der Sprecher.

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