Bremen Sorglose Straßenpartys ohne Corona-Abstand – damit hatte Bremen am vorvergangenen Wochenende Negativ-Schlagzeilen gemacht. Der Senat reagierte mit einem Wochenend-Verkaufsverbot für Alkohol außer Haus ab 22 Uhr in Teilen des Viertels, an der Schlachte sowie rund um Hauptbahnhof und Discomeile. Die Reaktion scheint etwas gebracht zu haben.

Die Polizei war an diesem Wochenende nun gemeinsam mit dem Ordnungsamt verstärkt unterwegs, um zu kontrollieren, ob die Corona-Regeln auch eingehalten werden. Gruppen junger Männer an der Schlachte, Menschentrauben am Osterdeich-Kiosk – die Einsatzkräfte können natürlich nicht alles sehen. Aber vieles. Und die Bilanz? „Insgesamt verlief dieses Wochenende ruhiger“, so fasste es Polizeisprecherin Jana Schmidt am Sonntag zusammen. „Es waren weniger Menschen auf den Straßen unterwegs.“

Und das trotz des guten Wetters. Die am Wochenende zuvor beobachtete „lockere und enthemmte Stimmung insbesondere im Bereich der Schlachte und im Viertel“, die gab es dieses Mal in dem Maße nicht. Es haben nicht wieder 500 Menschen dicht an dicht an der Sielwallkreuzung gestanden. Mit Blick darauf hatte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) eine Sperrstunde ins Gespräch gebracht, bevor der Senat dann doch nur den Alkoholverkauf beschränkte.

„Die Polizei setzte vor allem auf die Dialogbereitschaft“, so Sprecherin Schmidt. „Kommunikationsteams“ mit Beamten in blauen Westen zogen beispielsweise durchs Viertel und sprachen mit Passanten. Reden hilft! Die Teams machten auch auf Verstöße gegen die Bremer Corona-Regeln aufmerksam. „In der Regel verhielten sich die Angesprochenen einsichtig und kooperativ. Nach derzeitigen Erkenntnissen kam es zu keinerlei größeren Zwischenfällen“, so Sprecherin Schmidt am Sonntag.

In Bremen waren bis Ende Mai knapp 2 500 Corona-Verstöße gezählt und Bußgelder von etwa 190 000 Euro verhängt worden, so eine Sprecherin des Innensenators. Mehr als 80 Prozent der Ordnungswidrigkeiten entfielen auf den April, als die Einschränkungen noch neu und besonders weitreichend waren. Im Mai seien sie deutlich zurückgegangen. Dann kamen die Sommerpartys.

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