Bremen Bäm! Im Musicaltheater läuft aktuell die „Rocky Horror Show“. Voller Erotik, mit Wortwitz und ganz viel Liebe zog Richard O’Briens Rocktheater die Besucher sofort in seinen Bann.

Seit drei Songs, seit 20 Minuten stehen die Darsteller auf der Bühne: Die „Rocky Horror Show“ läuft sich gerade warm. Könnte man meinen. Viele der Besucher – zum Teil mit Strapsen, Stilettos, aufwendig frisierten Haaren und mit bunten Partyhüten ausgestattet – hält es nicht eine Sekunde in den Sitzen. Wie aufgescheuchte Hühner, denen man etwas in den Kaffee getan hat, hüpfen sie von links nach rechts. Ein Sprung nach vorne, einer nach hinten. Die Hände in die Höhe. „Let’s do the timewarp again!“

Klopapierrollen, mit denen ganze Großraumdiscos ein Wochenende auskommen könnten, fliegen durch die Ränge. Dazu: Konfetti und Weizenkörner und die obligatorischen Zeitungen, die sich das Publikum über die Köpfe stülpt, während andere mit Wasserpistolen Regentropfen produzieren. Wäre diese extravagante, vor Sexphantasien und Schattenspielen strotzende Show nicht schon genug, feiern die Besucher ganz nebenbei ihre eigene Party. Unartig, unkonventionell, urkomisch. Die Reinigungskräfte werden sich bedanken. Dabei beginnt alles relativ harmlos.

Janet (Sophie Isaacs) und Brad (Felix Moose), frisch vermählt, etwas bieder und naiv, machen sich auf, einen ehemaligen Lehrer namens Dr. Everett Scott (Daniel Fletcher) zu besuchen. So weit, so normal. Doch auf ihrer Fahrt haben sie eine Panne, Hilfe muss her. Statt auf ein Telefon treffen die beiden in einem düsteren Schloss zunächst auf den Hausdiener Riff Raff (Stuart Matthew Price), eine Figur mit unsäglicher Frisur und kugelrunden Brillengläsern, später auf den „Master“ Frank’n’Furter (Gary Tushaw), der sie in sein Reich, bestehend aus grotesker Maskerade und lüsternen Abgründen, führt. Eine Reise in die Welt des sexbesessenen Wissenschaftlers vom Planeten „Transexual“ in der Galaxie Transsilvanien beginnt.

Die „Rocky Horror Show“ ist von Regisseur David Farley und mit Erzähler Sky Du Mont ist noch bis Sonntag, 19. November, zu sehen.

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