Bremen Im Prozess gegen einen wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagten Pflegehelfer vor dem Landgericht in Bremen hat am Montag der Kripo-Beamte ausgesagt, der den Beschuldigten festgenommen und verhört hatte. Die ursprünglich geplante Vorstellung eines psychologischen Gutachtens musste auf Donnerstag (13. Februar) verschoben werden.

Der Vorsitzende Richter Manfred Kelle kündigte an, dass dann auch die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung gehalten werden sollen. Das Urteil könnte in der kommenden Woche verkündet werden.

Im Frühjahr vergangenen Jahres soll der heute 40-Jährige laut Staatsanwaltschaft zwei Bewohnerinnen eines diakonischen Pflegeheims in Bremen ohne medizinische Notwendigkeit Insulin gespritzt haben. Eine 75-Jährige schwebte dadurch mehrere Tage lang in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten gefährliche Körperverletzung vor und geht davon aus, dass er den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf genommen hat.

Der Kripo-Beamte sagte, der Angeklagte sei von seiner Verhaftung nicht überrascht gewesen. Bei der anschließenden Vernehmung sei er kooperationswillig gewesen und habe geradezu „gesprudelt“. Allerdings habe er zunächst versucht, die Schuld von sich zu weisen und eine Pflegefachkraft für den Zustand der Bewohnerin verantwortlich zu machen. Erst im Verlauf der mehr als siebenstündigen Vernehmung habe der Angeklagte seine Taten eingeräumt.

Bei der Befragung könne es auch schon einmal laut geworden sein, räumte der Polizist ein. Als Motiv habe der Angeklagte angegeben, die Fachkräfte in dem Altenheim seien inkompetent gewesen und seine Arbeit habe keine gebührende Anerkennung gefunden. Die anschließende Nacht habe der Angeklagte zunächst in Polizeigewahrsam verbracht. Er musste dann jedoch in ein Krankenhaus gebracht werden, berichtete der Beamte. Der behandelnde Arzt habe einen Verdacht auf eine Psychose und einen akut niedrigen Blutdruck festgestellt.

Vor Gericht äußerte sich der Pflegehelfer auch am Montag nicht zu den Vorwürfen. Wie schon bei anderen Verhandlungstagen folgte er scheinbar teilnahmslos mit hängendem Kopf der Verhandlung. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.