Bremen Ein 65-jähriger Rentner soll einen Mann in seiner Wohnung erschossen und dann zerstückelt haben. Seit Donnerstag muss sich der ehemalige Koch vor dem Landgericht Bremen für die Tat verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, die Leiche des 50-Jährigen aus „sportlichem Vergnügen“ oder aus Erregung zerteilt zu haben.

Der Deutsche soll den Mann zwischen 9. und 10. September 2019 in Bremen mit einem Revolver (Kaliber 22) erschossen haben. Der tödliche Schuss, so Staatsanwältin Nadine Hartmann, traf den Mann demnach seitlich im Kopf, das Opfer war sofort tot. Die Glieder des 50-Jährigen habe der ehemalige Koch vom Körper abgetrennt. Hände und Kopf waren abgesägt, Wirbelsäule und Becken in Teile zerlegt, wie die Staatsanwältin schilderte. Die Leichenteile habe der Anklagte unter anderem in Mülltonnen entsorgt und in seiner Wohnung sowie der Wohnung des Opfers in Gefrierschränken eingefroren.

Auf die Körperteile stießen Ermittler etwa einen Monat nach der Tat in der Wohnung des mutmaßlichen Täters. In seiner Wohnung bewahrte der 65-Jährige außerdem Drogen auf. Die Polizei fand eine Cannabis-Plantage mit 27 Pflanzen und 18 Gramm Heroin, sowie den Revolver. Der Mann muss sich wegen Totschlags verantworten. Allerdings schloss Richter Jürgen Seifert ausdrücklich nicht aus, dass der Angeklagte auch wegen Mordes aus Habgier verurteilt werden könne. Er habe versucht, Geld vom Konto seines Opfers abzuheben und womöglich mit einer gefälschten Vollmacht versucht, auf ein Bankkonto des 50-Jährigen zuzugreifen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Der Angeklagte kam am Donnerstag mit Krücke und in Handschellen in den Gerichtssaal. Der erste Prozesstag war nach Verlesung der Anklage nach rund 15 Minuten beendet. An dem Prozess, der am 4. Mai fortgesetzt wird, nimmt der Bruder des Getöteten als Nebenkläger teil. Insgesamt sind 13 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte nach dieser Planung am 24. Juni gesprochen werden.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.