Bremen Zu dem Brandanschlag auf zwei Streifenwagen und eine Polizeiwache in Bremen gibt es nach Angaben der Polizei ein Bekennerschreiben. Wegen des vermuteten politischen Hintergrunds der Tat habe der Staatsschutz am Montag eine Sonderkommission eingerichtet, teilte die Polizei mit.

Das Bekennerschreiben sei am Sonntagabend im Internet veröffentlicht worden, hieß es. Die unbekannten Verfasser erklärten ihre Solidarität mit drei Personen, die Anfang Juli in Hamburg festgenommen worden waren. Ihnen wird zur Last gelegt, zum zweiten Jahrestag des G20-Gipfels einen Brandanschlag geplant zu haben. Bei dem Treffen der führenden Industrie- und Schwellenländer in Hamburg 2017 hatten sich Demonstranten schwere Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.

Die zwei Bremer Streifenwagen gingen in der Nacht zum Sonntag an der nicht besetzten Polizeiwache des Stadtteils Schwachhausen in Flammen auf. Ein zweites Feuer, das mutmaßlich ebenfalls gelegt wurde, beschädigte den Haupteingang des Reviers. Nur das rasche Eingreifen der Feuerwehr habe ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäudeteile und den nahen Bürgerpark verhindern können.

Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) verurteilte den Anschlag scharf. Er sprach von einem „feigen Angriff“ auf die Polizei, die für Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sorge. „Wir können von Glück reden, dass niemand verletzt wurde“, sagte Mäurer. Die FDP in der Bremer Bürgerschaft warnte, dass die Hemmschwelle zur Gewalt gegen Polizisten sinke.

In linksautonomen Kreisen wird seit der Festnahme in Hamburg zu „Solidarität mit den Drei von der Parkbank“ aufgerufen. Seitdem sei es im ganzen Bundesgebiet zu Demonstrationen, aber auch zu Straftaten gekommen, hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Das Revier am beliebten Bürgerpark sei am Montag zu den üblichen Zeiten besetzt gewesen, wenn auch in Form einer mobilen Wache, teilte die Polizei mit. Bereits 2015 hatten auf dem Gelände des Reviers sechs Polizeiautos gebrannt. Damals sei ein psychisch Kranker als mutmaßlicher Täter ermittelt worden, sagte eine Sprecherin.

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