Bremen „Ok 2018 gellt: Dat INS is dor för all Fragen to de Regionalspraak Plattdüütsch“, heißt es auf der Internetseite des Instituts für niederdeutsche Sprache (INS) im Schnoor. Das von einem Verein getragene Institut bekommt keine Länder-Förderung mehr, seit Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen die gemeinsame Gesellschaft Länderzentrum für Niederdeutsch gegründet haben.

Dort fließen die staatlichen 271 000 Euro nun hin, die früher das INS bekommen hat. Das Länderzentrum sollte seine Arbeit zum 1. Januar in Bremen aufnehmen. Wer das Zentrum sucht, findet allerdings: noch nichts. Am Dienstag, 13. Februar, steht die Gründung des Länderzentrums Niederdeutsch nun als Thema auf der Tagesordnung der Kulturdeputation, die im Konsul-Hackfeld-Haus an der Birkenstraße tagt.

Und im Schnoor? „Ja, es gibt uns noch“, sagt Dr. Reinhard Goltz vom INS. Veränderungen hat es gleichwohl gegeben. Goltz zum Beispiel ist nicht mehr Geschäftsführer, sondern hat seine frühere Stelle als schleswig-holsteinischer Landesbeamter wieder angetreten.

Hauptberuflich beschäftigt das INS momentan einen Bibliothekar sowie eine Archivkraft auf 450-Euro-Basis, sagt Vereinspräsident Heiko Block. „Der Betrieb ist für das laufende Jahr gesichert“, sagt Block. „Wir arbeiten intensiv daran, dass wir über Projektmittel des Bundes und der Länder dauerhaft arbeitsfähig bleiben können.“ Zudem gebe es viel ehrenamtliches Engagement.

„Wir merken in unserer täglichen Arbeit, dass das INS gesucht und geschätzt wird“, so Goltz. Es gebe etliche Anfragen und Beratungen.

Zudem würden drei Projekte aus dem Vorjahr fortgeführt. Nach einer gemeinsamen Studie des INS und des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim zu „Status und Gebrauch des Niederdeutschen“ hatten sich drei Forschungsfelder herauskristallisiert – Rundfunk, Kindergarten und Theater. Und dann sind da noch die Plattdeutschen Nachrichten auf Radio Bremen, die in Kooperation mit dem INS entstehen. Zusätzlich sei ein weiteres Hörfunk-Projekt in Vorbereitung, sagt Block – eine Reihe auf „Bremen Eins“.

Vom neuen Länderzentrum hat sich noch niemand gemeldet – auch nicht wegen einer möglichen Zusammenarbeit bei der Nutzung der Bibliothek, die als eines der wissenschaftlichen Prunkstücke des INS gilt.

Ein Geschäftsführer des neuen Zentrums ist offenbar gefunden, aber noch nicht öffentlich genannt worden. Bislang gibt es nur einen Interimsgeschäftsführer. „Das Länderzentrum hat seine Arbeit seit dem 6. Dezember 2017 aufgenommen“, heißt es in der Deputationsvorlage. Ein Satz, den man im Schnoor für unhaltbar hält.

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