Bremen Ins Blau des Nachtlebens an der Sielwallkreuzung getaucht, zeigt der Bremer Künstler Jub Mönster das Cinema Ostertor – oder besser: dessen leuchtende Fassade, hinter der sich Illusionswelten öffnen. Nun steht ein Jubiläum an. Das Cinema Ostertor, 1969 am Ostertorsteinweg 105 als erstes Programmkino Deutschlands eröffnet, wird 50 Jahre alt.

1969, das waren bewegte Zeiten. Am Ostertorsteinweg 105 gab es ein richtiges Kino, die „Kammer-Lichtspiele“. Diese übernahm Gert Settje (damals Chef des Musiklokals „Lila Eule“) gemeinsam mit Jürgen Behrends, Lore Bertuleit, Hero Burmeister, Robert Francke, Konrad Huchting und Manfred Lohrengel. Am 7. November 1969 entstand daraus dann das „Cinema Ostertor“.

Ein Haus für politisch engagiertes Kino, für anspruchsvolle Filme. Ein unabhängiges Kino – und vor allem: ein Programmkino. „Es gab Din-A4-Blätter, auf denen die Programme standen“, sagt Thomas Settje, der Sohn. Nun hatte Bremen ein Haus, in dem die französische Nouvelle Vague ebenso eine Heimat hatte wie das aufkommende Neue Deutsche Kino.

1973 gründete Gert Settje mit Reinhold Garske das Bremer Kommunalkino, das anschließend 20 Jahre lang im Cinema Ostertor zu Hause war. 1993 zog das Kommunalkino dann in eigene Räume. Im Cinema Ostertor freute und freut man sich derweil über regelmäßige Anerkennung, die sich in der Verleihung von Bundesfilmprogramm- und Kinoprogrammpreisen ausdrückt. Fast 50 dürften es inzwischen sein, sagt Thomas Settje.

Er betreibt das 120-Plätze-Haus heute gemeinsam mit seiner Schwester Andrea Settje – ein cineastischer Familienbetrieb; als Ort für Filmkunst und gehobene Unterhaltung eine Bremer Institution. Und – nach einem Intermezzo bei den Bremer Filmkunsttheatern vor ein paar Jahren – wieder (und weiter) ein unabhängiges Kino.

Die Institution Cinema Ostertor, sie taucht auch im Roman „Neue Vahr Süd“ des Bremer Schriftstellers und Musikers Sven Regener auf. Die Wohngemeinschaft des Protagonisten haust über dem Kino. Bei den Dreharbeiten zur Verfilmung des Romans verwandelten die Fernsehleute die Cinema-Fassade 2010, bis sie wieder aussah wie Anfang der 80er Jahre. Da wurde das Kino zur Kulisse.

50 Jahre „Cinema im Ostertor“ – das wird mit einem besonderen Programm am Donnerstag, 7. November, gefeiert. Zu sehen gibt’s dann „2040 – Wir retten die Welt“ (15.15 Uhr), einen Dokumentarfilm über den argentinischen Komponisten Astor Piazzolla (17 Uhr), die Tragikomödie „Smuggling Hendrix“ (18.45 Uhr, Regisseur Marios Piperides wird erwartet) und die dänische Komödie „Happy Ending – 70 ist das neue 70“ (20.45 Uhr).

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