Bremen Er selbst steckt sich in keine (musikalische) Schublade, und auch nach dem Besuch eines seiner Konzerte vermag man das kaum. Gregor Meyle ist ein Singer/Songwriter, und doch viel mehr. Ein Musiker, der schon ans Aufhören dachte, weil die Musik seine Familie nicht so recht ernähren konnte. Und der durch glückliche Umstände und TV-Shows wie „Sing meinen Song“ oder „Meylensteine“ seit ein paar Jahren seinen festen Platz im Musikgeschäft gefunden hat.

Da passt sein Lied „Hätt nix dagegen“ wie die Faust aufs Auge. Der Mann weiß den Moment zu genießen, dass er mit seiner Band durch die Lande tourt – und alle Crew-Mitglieder (immerhin 18!) davon leben können.

Und er weiß, dass sich das auch schnell ändern könnte. „Ich hätt’ nix dagegen, wenn’s jetzt für immer so bleibt, lang überlegen verschwendet kostbare Zeit...“, heißt es im Refrain. Das Hier und das Jetzt, kein „was wäre wenn“ – das verkörpert Gregor Meyle.

Der musikalische Nenner ist schwerer zu fassen. Da gibt es das heiter-lockere „Von ganzem Herzen“, das anrührende „Keine ist wie Du“, das rockige „Pack Dein’ Scheiß“, das dank Banjo, Geigen und Flöte ein irisches Mäntelchen umgelegt bekommt oder „Ich arbeite dran“, ein Stückchen Selbsterkenntnis im Salsa-Rhythmus. Und bei „Kriegen’s schon irgendwie hin“ zelebriert die Combo den Reggae.

So kann jeder der zehnköpfigen Band seine Stärken ausspielen – und bekommt auch reichlich Gelegenheit dazu. Eine Vielseitigkeit, die allein daher rührt, dass jeder Musiker (und auch die Sängerin) mindestens ein weiteres Instrument spielt – mindestens. So ist die Bandbreite für jede Art von Song vorhanden, ob nun die Begleitung durch vier Gitarren und ein Banjo verlangt wird, oder Stücke, die nur von Klavier und Geigen getragen werden. Meyle feiert sein Ensemble („Angeberband“) richtig ab, und das Publikum im „Aladin“ unterstützt ihn lauthals dabei. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Sound arbeitet sich die Band hinein, die formidablen Musiker sind mit Verve und Sensibilität dabei.

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Und Meyle ist warmgelaufen. Er erzählt Geschichten aus seinem Leben, über Erfolge und Misserfolge, über Weggefährten und den Verlust seiner Mutter. Gregor Meyle ist nahbar. Das zeigt er bei seinen Texten und den Moderationen zwischen den Songs. Mit „Das Schönste auf der Welt“, der von der Geburt seiner Tochter und seinen Gefühlen handelt, biegt das Konzert auf die Zielgerade ein.

Meyle hat sich eigens einen kleinen Abgang ins Publikum bauen lassen, nun steigt er von der Bühne herunter und singt, dem Publikum ganz nah, den herzergreifenden Song, begleitet von sanften, aber dennoch kraftvollen Bläsersätzen. Wenn es so etwas wie einen intimen Moment auf einem Konzert mit mehreren hundert Zuhörern gibt, dann ist er dies. Denkt man zumindest, wenn man zum ersten Mal auf einem Meyle-Konzert ist. Gerne schließt er ein solches damit ab, dass er mit seinen Musikern ins Publikum geht und ein Lied unplugged zum Besten gibt.

Diesmal für ein kleines Mädchen, dessen Eltern oder Großeltern ein Pappschild gemalt haben: „Ich bin zwar klein, aber ein großer Fan“, steht darauf. Gregor Meyle nimmt die Vorlage auf. „Noch drei Lieder, dann komme ich zu Dir“, verspricht er der schätzungsweise Drei- bis Vierjährigen. Und trällert ihr „Mann im Mond“. Ein Moment zum Hinknien. Und das Herz singt: „Ich hätt’ nix dagegen, wenn es immer so bleibt...“

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