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Bremen 25 Verhandlungstage lang hat das Bremer Landgericht Beweise gesichtet, Zeugen gehört und Gutachten analysiert. Am Montag ist die Beweisaufnahme im Fall eines 22-jährigen mutmaßlichen Brandstifters aus Bremerhaven geschlossen worden. Die Staatsanwaltschaft geht von vierfacher schwerer Brandstiftung aus und forderte im abschließenden Plädoyer fünfeinhalb Jahre Haft. Die Verteidiger des Mannes plädierten hingegen auf eine Bewährungsstrafe – lediglich eine Tat könne ihrem Mandanten nachgewiesen werden.

Vier Brände, viermal die in etwa gleiche Vorgehensweise: Zwischen 2017 und 2019 soll ein heute 22 Jahre alter Syrer Feuer in verschiedenen Wohnungen gelegt haben, die er selbst bewohnte. Viermal soll er Möbel angezündet und das Haus dann verlassen haben. In allen Fällen habe nur er einen Schlüssel gehabt. Geht es nach der Staatsanwaltschaft, dann sind alle mutmaßlichen Taten „vollumfänglich bestätigt“, nur der Angeklagte komme für die Feuer infrage. Zwischen Januar und Juli 2017 soll der junge Mann auf die immer gleiche Weise Möbelstücke in Brand gesetzt und danach – um den Verdacht von sich zu lenken – die jeweiligen Wohnungen verlassen haben.

Auch wenn der 22-Jährige bei den drei Feuern von niemandem unmittelbar beim Anzünden erwischt worden sei, gebe es „eine Vielzahl von Zeugen“, so die Staatsanwaltschaft, die den Verdacht erhärtet hätten. Familienangehörige, Freunde, aber auch Nachbarn hätten den Mann bei ihren Aussagen belastet, technische Ermittler seien zudem zum Ergebnis gekommen, dass sowohl ein technischer Defekt als auch eine natürliche Brandursache auszuschließen seien. Zwar wurde bei keinem der Feuer jemand verletzt, dennoch habe „große Gefahr“ bestanden, dass Personen zu Schaden kommen – und das sei dem Angeklagten bewusst gewesen, sagte die Staatsanwältin.

Hintergrund der mehrfachen mutmaßlichen Brandstiftung sollen Geldsorgen des Angeklagten gewesen sein. Um seinen Drogenkonsum finanzieren zu können, habe der Mann die Brände gelegt, argumentierte die Anklage.

„Ein weiteres Motiv könnte sein, dass der Angeklagte schlicht unzufrieden mit seiner Wohnung war“, hieß es. Mit den Feuern, so die Staatsanwaltschaft, habe er erreichen wollen, dass ihm vom Arbeitsamt eine neue und bessere Wohnung zur Verfügung gestellt werde. Letztlich habe der 22-Jährige „all diese vier Taten begangen“, lautete das Fazit. Eine Jugendstrafe von fünfeinhalb Jahren sei demnach der Schuld und Tat angemessen.

Die Verteidiger des Mannes sagten, nur eine Tat von 2019 könne ihrem Mandanten nachgewiesen werden. In diesem Fall legte der 22-Jährige ein umfassendes Geständnis ab. Die drei weiteren Brandstiftungen im Jahr 2017 seien nicht zu beweisen, zumal es in dieser Zeit zu „massenhaften“ Feuern in Bremerhaven gekommen sei. Die Ermittler hätten unter „massivem Druck“ gestanden, und „es musste ein Täter gefunden werden“, sagte Rechtsanwalt Konrad Schäfer. Ihre Forderung: eineinhalb Jahre Haft, ausgesetzt zur Bewährung.

Das Urteil soll am Montag, 11. Mai, gesprochen werden.

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