Bremen Viel Arbeit und damit bislang keine Chance auf Kurzarbeit. Koopmann-Concerts hat bereits mehr als 30 Veranstaltungen bis zum 8. Mai verschoben. Geschäftsführer Oliver Mücke (54) sagt: „Wir haben zu kämpfen. Jede Woche legen wir die Marschrichtung neu fest.“ Das Coronavirus ist ein Alptraum auch für Bremer Konzertveranstalter und private Theaterhäuser. Der Betrieb ruht, Karten werden nicht mehr verkauft. Und die Einnahmen bleiben aus.

Hoffnung auf Sommer

„Die Umterminierungen sind ein großes Problem. Der Künstler muss Zeit haben und der Veranstaltungsort frei sein. Doch dazu kommt noch mehr. Stehen die Gewerke zur Verfügung?“, so Mücke. Bei Großveranstaltungen würden teilweise 150 oder 200 externe Kräfte gebraucht. Mücke ist froh, für 90 Prozent der Veranstaltungen Ersatztermine finden zu können. Dennoch gäbe es einige Kunden mit einem „unangenehmen Anspruchsdenken“. Diese wollten sofort ihr Geld zurück. „Das ist aber in Anbetracht der Situation momentan gar nicht möglich, da auch die Ticketsysteme das rein technisch in der aktuellen Krise nicht leisten könnten“, erklärt der Veranstalter mit Sitz in der Überseestadt. „Ich appelliere an die Leute: Haltet Euch einen Moment zurück. Wir stecken in einer Krise, in der Menschen ihre Existenz verlieren.“

Stress auch bei Stefan Paul, Geschäftsführer von Revue, Gesellschaft für Konzerte und Veranstaltungen in Bremen, und seinem Team: 20 Konzerte sind verlegt, zehn weitere werden folgen. „Jetzt, im laufenden Frühjahr, wären natürlich unsere allerwichtigsten und veranstaltungsstärksten Monate gewesen“, sagt Paul. „Wir konnten auch etwas Kapital für schlechte Zeiten beiseitelegen. Das kommt uns jetzt beim Meistern der Krise sicher auch zugute.“ Pauls Hoffnung: der Sommer. „Wenn die Leute wegen der Coronakrise möglicherweise gar nicht mehr in Urlaub fahren können oder dürfen, birgt das sicher auch Chancen für uns“, sagt er.

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Jan Trautmann, Geschäftsführer von Bremen Events & Concerts, verlegt vier Shows. Nicht leicht bei Ex-Genesis-Mitglied Ray Wilson: „Der hat viele Termine, vielleicht müssen wir ins nächste Jahr.“ Noch sieht er die Lage entspannt. „Ich kann einen Monat überbrücken“, sagt er. „Wenn es über den Sommer geht, trifft es mich besonders hart.“

Beim Metropol-Theater richtet man sich darauf ein, dass es bis Mitte Juni keinen Spielbetrieb gibt. Geschäftsführer Jörn Meyer vermutet, dass das Ausgehverbot irgendwann sukzessive gelockert wird, als erstes aber für kleine Häuser. „Die Frage ist auch, wann trauen sich Leute wieder in Räume für eine geschlossene Veranstaltung?“ Man nehme Kurzarbeit in Anspruch.

Künstler trainieren

Christopher Kotoucek, Geschäftsführer des Fritz-Theaters, das die Hälfte der Einnahmen durch Gastronomie erzielt, spricht von 150 000 Euro Verlust. „Wir gehen in Kurzarbeit. Die großen Kosten wie die Miete laufen aber weiter.“

Knut Schakinnis, der das Theaterschiff Bremen und das Packhaus-Theater betreibt sowie Standorte in Bielefeld, Kassel, Worpswede und Lübeck, sagt: „Wir kämpfen ums Überleben, wie alle Theater.“ Die beiden Bremer Spielstätten würden sonst pro Tag etwa 8000 Euro Umsatz machen, der ganze Verbund 10 000 bis 15 000 Euro. Nun läge man bei null. Er versuche, auf die 60 Prozent Kurzarbeitergeld noch etwas draufzulegen.

Im GOP-Theater trainieren die Künstler, um fit zu bleiben. Das Haus sei bereit, die Show „Humorzone“ wiederaufzunehmen, sagt Philipp Peiniger, Direktor des GOP in der Überseestadt. Die Mitarbeiter seien größtenteils in Kurzarbeit. „Wir sind guter Dinge, durch die Zeit zu kommen – mit den Hilfen und den Dingen, die in Zukunft noch kommen.“

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