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Bremen Corona kostet Zeit: Das Team des Medizinischen Labors Bremen hat durch die vielen eingehenden Proben mehr Arbeit, aber keine stärkere Gefährdungslage. „Das Team arbeitet bis in den Abend und auch an Feiertagen“, sagt Andreas Gerritzen, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und Leiter des Labors.

Die Proben kommen in einer sicheren Verpackung im Labor Bremen an. „Die Proben werden doppelt und dreifach verpackt“, sagt Gerritzen. Die Transportumhüllung sei flüssigkeitsdicht und habe einen Schraubverschluss. Geöffnet werden die Proben unter einer Sicherheitswerkbank. „Die sieht so ähnlich aus wie ein Aquarium“, sagt Gerritzen. Oben werde die Luft abgesaugt, so dass nichts nach außen dringt. Die Mitarbeiter, die Sicherheitskleidung und natürlich Handschuhe tragen, würden durch einen Schlitz zur Bearbeitung der Probe hineingreifen.

Die infektiöse Probe

„Sobald die Probe geöffnet ist, kommt sie sofort in eine Inaktivierungsflüssigkeit“, sagt Gerritzen. Es handele sich dabei um sogenannte chaotrope Substanzen, die alle biologischen Strukturen sofort zerstören. Damit sei die Probe sicher nicht mehr infektiös. Nach der Untersuchung wird die Probe in der Müllverbrennungsanlage verbrannt.

Auch die Feuerwehr, deren Mitarbeiter auch im Rettungsdienst unterwegs sind, erlebt ungewohnte Belastungen. „Die Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes arbeiten seit mehreren Wochen mehr oder weniger rund um die Uhr an Schutzmaßnahmen für Feuerwehr und Rettungsdienst und deren Aktualisierung“, sagt Andreas Desczka, stellvertretender Pressesprecher der Feuerwehr Bremen.

Die Leitstelle dürfe nur noch von wenigen Personen betreten werden. Um dort zu arbeiten, sei eine viermonatige Ausbildung nötig. Diese Kräfte sind knapp. „Wir müssen eine Gefährdung des Leitstellenpersonals ausschließen“, sagt Deczka.

Mit Blick auf die Zukunft werde mit Schutzkleidung sparsam umgegangen. „Die Versorgung mit persönlicher Schutzausrüstung ist sicher nicht üppig, aber nach aufwendigen Beschaffungsvorgängen ist es keine Mangelressource mehr“, sagt Desczka. Feuerwehrleute trügen einen Mund-Nasen-Schutz tragen beispielsweise bei Einsätzen in gefährdeten Einrichtungen.

Lob von der Polizei

Die Bremer Polizei lobt, dass sich die überwiegende Mehrheit an die Vorschriften hält und sich bei Fehlverhalten einsichtig zeige, so Pressesprecherin Franka Haedke. Die meisten Angesprochenen gäben an, aus Unwissenheit gegen die Rechtsverordnung verstoßen zu haben.

Doch Haedke berichtet auch von anderen Verhaltensweisen vereinzelter Personen und Gruppen. „So ist es bereits vorgekommen, dass Polizisten während Einsätzen mit Bezug zu der Corona-Pandemie gezielt angehustet oder angespuckt wurden“, sagt Haedke. Das sei auch Bürgern wiederfahren. Es seien Anzeigen wegen Widerstand gegen Polizisten, Verstoß gegen die Rechtsverordnung, Körperverletzung und tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte gefertigt worden.

32 Mitarbeiter infiziert

Corona ist vor allem eine Gefahr für Krankenhauspersonal. 32 Mitarbeiter haben sich allein im Klinikum Links der Weser infiziert. Das Gesundheitsressort verhängte einen zweitweiligen Aufnahmestopp, der jetzt wieder aufgehoben ist. Positiv getestete Mitarbeiter bleiben zuhause, sagt Stefanie Beckröge aus der Presseabteilung des Klinikverbunds Gesundheit Nord (Geno). „Das würde sich nur im äußersten Notfall und nur bei absolutem Personalnotstand und auch nur bei Symptomfreiheit und nach Absprache mit den Hygienikern in Einzelfällen ändern.“

Die Sprecher mehrerer Bremer Krankenhäuser berichten von eingehenden Schulungen, Schutzkleidung, von Vorsicht, aber auch davon, dass man infektiöse Patienten gewöhnt sei. Corona-Patienten und Verdachtsfälle haben eigene Stationen und Aufnahmen.

FFP-Masken benötigt

Hygienefachkraft Kathrin Zickert vom freigemeinnützigen Rot-Kreuz-Krankenhaus in der Neustadt sagt, die Schutzmaßnahmen unterschieden sich nicht von denen bei Patienten mit TBC, Influenza, Masern oder Hepatitis. Nötig seien aber spezielle Masken, FFP-Masken genannt. Normalerweise Einwegmaterial, lassen sich diese aber bei Mangel wiederverwenden, wofür das Hygiene-Fachpersonal alle medizinischen Mitarbeiter schulen. Die Versorgung mit FFP-Masken sei noch nicht wieder in vollem Gange.

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