Bremen Die Handelskammer hat am Montag ihren Jahresbericht für 2018 vorgestellt. Laut Bericht hat das Wirtschaftswachstum – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – im Vergleich zu 2017 um 2,1 Prozent zugelegt. Zwar startete die Wirtschaft „mit viel Schwung“, ihre Entwicklung sei im weiteren Verlauf aber „zunehmend schlechter“ geworden, sagte Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen. Zurückzuführen sei das unter anderem auf die abgeschwächte Weltkonjunktur und den Handelsstreit zwischen den USA und China.

Indes stimmte die starke Binnen- und Immobiliennachfrage zuversichtlich, doch erwies sich der anhaltende Fachkräftemangel als „echtes Wachstumshemmnis“, so Marahrens-Hashagen. „In einigen Bereichen ist der Fachkräftemarkt nahezu leergefegt“, verdeutlichte Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger.

Aufgeschlüsselt nach einzelnen Branchen ergibt sich folgendes Bild: Während die bremische Industrie aufgrund einer „überdurchschnittlichen Dynamik“ ein Wachstum von 2,5 Prozent hinlegte und auch das Baugewerbe um 7,4 Prozent wuchs, sorge unter anderem der Rückgang von erteilten Baugenehmigungen um 16,3 Prozent für Sorgenfalten. Für Fonger „ein Signal, dass sich der Trend langfristig abschwächt“.

Thema Einzelhandel: Dort wurden Umsatzzuwächse von 2,8 Prozent (Einzelhandel) und 1,1 Prozent (Großhandel) verzeichnet, was laut Fonger auf „anhaltend große Konsumzuwächse“ zurückzuführen sei. Heißt: Die Bremer kaufen gerne – und haben Lust zu reisen. Denn im Vergleich wuchsen die Passagierzahlen in der Kreuzschifffahrt um 43,8 Prozent – eine Verdreifachung seit 2014.

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Und Bremen bleibt bei Touristen weiterhin beliebtes Reiseziel. 2018 wurden rund 1,4 Millionen Gäste und 2,6 Millionen Übernachtungen registriert – in beiden Fällen ein Plus von etwa sechs Prozent. Ob Zuwächse auch 2019 generell drin sind, lasse sich „äußerst schwierig“ vorhersagen, so Fonger. Zu erwarten sei aber ein „deutlich verlangsamtes Wachstum“ um 0,6 Prozent.

Der am Montag vorgestellte Koalitionsvertrag wiederum stößt nicht nur auf Gegenliebe. Gerade wirtschaftspolitisch sei dieser in Teilen „äußerst problematisch“. Zwar sei man nicht gegen Nachhaltigkeit und ökologische Werte, doch müssten anvisierte Fahrradbrücken und der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auch bezahlbar sein. „Man kann nur ausgeben, was man einnimmt“, appellierte Marahrens-Hashagen. Dem Leitgedanken einer autofreien Innenstadt vom Wall bis zur Martinistraße schließe man sich „ausdrücklich an“. Eine zumindest diskutierte Ausweitung dieser Zone von Westerstraße bis Hauptbahnhof lehne die Handelskammer aber „strikt“ ab. „Das Gleichgewicht zwischen ökologisch Wünschenswertem und wirtschaftlich Notwendigem droht verloren zu gehen“, so Marahrens-Hashagen.

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