Bremen Der Polizei ist in Bremen ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Rund 400 Beamte durchsuchten bei einer Großrazzia mehrere Wohnungen von Verdächtigen, die im großen Stil Autoteile von teuren Neuwagen auf Zügen gestohlen und verkauft haben sollen. Gegen drei Männer wurden Haftbefehle vollstreckt, wie die Bundespolizei am Donnerstag mitteilte. Sie sollen von Oktober 2017 bis September 2018 unter anderem auf Transportzügen am Güterbahnhof Lenkräder und Navigationgeräte aus den Neuwagen entwendet haben.

Zuständig für die Aktion war die Bundespolizei, die im Auftrag der Bremer Staatsanwaltschaft handelte. Den insgesamt sieben Beschuldigten werden schwerer Bandendiebstahl und gewerbsmäßige Hehlerei vorgeworfen. Der Wert der erbeuteten Teile bezifferte die Polizei auf rund 600 000 Euro. Deutlich höher fällt aber mit zwei Millionen Euro der angerichtete Begleitschaden durch den Aufbruch der Autos und die Beschädigung an den Transportzügen aus.

Von den Taten waren die Bahnanlagen in der Region Bremen in besonderer Weise betroffen. Seit November 2017 hatte die Polizei einen signifikanten Anstieg der Diebstahlsdelikte von Kfz-Teilen bei Neuwagen registriert, die auf der Schiene transportiert wurden. Über den Bahnhof Bremen laufen viele Autotransportzüge, die dann weiter nach Bremerhaven fahren, wo die Neuwagen verschifft werden.

Die Fahnder kamen durch umfangreiche Ermittlungen auf die Spur der Diebesbande und der Hehler, die die Autoteile über Internetplattformen weiterverkauft haben sollen. Die Polizei warnte in dem Zusammenhang vor dem Online-Erwerb von sicherheitsrelevanten und angeblich neuen Fahrzeugteilen. Insbesondere bei ungewöhnlich niedrigen Preisen und nicht hinreichend autorisierten Verkäufern sei Vorsicht geboten, da die Teile gestohlen sein könnten.

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