Bremen Hier entsteht ein neues Stück Stadt“, formulierte es Noch-Bausenator Joachim Lohse (Grüne). Und er ergänzte: „Das Areal birgt ungeheure Potenziale.“

Vor gut einem Jahr ist das Gelände an den Windparkprojektierer WPD verkauft worden. Mittlerweile ist in enger Abstimmung mit der Stadt Bremen die Gesellschaft „Überseeinsel“ gegründet worden. WPD-Gründer Klaus Meier ist Investor und Chefplaner. Er ist mit der WPD seit Jahren in der Überseestadt ansässig und „hat den Finger gehoben, als Kellogg 2016 öffentlich gemacht hat, dass die Produktion geschlossen wird und die Diskussion um die Nachnutzung begann“.

Die Überseeinsel soll ein nachhaltiges und wegweisendes Quartier werden. Meier will ein „anspruchsvolles und auch für Familien spannendes Modellvorhaben“ realisieren. Senatsbaudirektorin Prof. Dr. Iris Reuther sagt: „Im Mittelpunkt stehen Lebendigkeit, Urbanität und ein charaktervolles Stadtbild.“ Und weiter: „Es geht nicht nur um Quadratmeter, sondern um Qualität.“

Es geht auch darum, neuen Wohnraum zu schaffen. Laut städtebaulichem Vertrag sind 1200 neue Wohnungen geplant. „Es werden wohl mehr“, sagte Meier jüngst in einem Interview. Geplant sind unter anderem 300 kleine Wohnungen (30 Quadratmeter) etwas für Azubis, Studenten und Senioren.

Derzeit laufen die Abrissarbeiten. Der alte Weserbahnhof ist weg. Laut Meier sind in Kürze 45 000 Quadratmeter baufertig. Ein Bebauungsplan muss erstellt werden. Das Büro SMAQ für Städtebau und Architektur aus Berlin wird die Quartiersentwicklung hauptverantwortlich zeichnen und hat ein Gesamtkonzept für das Areal formuliert. Aber auch aus den Entwürfen des Bremer Architektenteams OMP sowie „COBE Architects“ aus Kopenhagen werden jeweils Elemente in die weitere städtebauliche Planung einfließen, sagt Jens Lütjen, geschäftsführender Gesellschafter des Bremer Immobilienberatungsunternehmens Robert C. Spies, das die Überseeinsel vermarkten soll. Ziel sei es, ein urbanes Mischgebiet zu schaffen – mit Platz für ein abwechslungsreiches Wohnungsangebot, öffentliche Einrichtungen sowie Raum für Dienstleistungen und gewerbliche Nutzer. Am Europahafenkopf sind zudem Kita, Grund- und Oberschule geplant. Ebenso soll es Grünflächen am Weserverlauf, Parks und Spielplätze geben.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Und: Identitätsstiftende Gebäude sollen erhalten bleiben. Dazu zählen das Silo, das Reislager und eine 120 Meter lange Lagerhalle mit roten Klinkern. Das Silo beispielsweise soll zu einem „coolen und hippen“ 120-Zimmer-Hotel und Bürolofts umgebaut werden. Im Reislager sollen Gastronomie und Einzelhandel zu einem „Foodcourt“ verschmolzen werden – unter anderem, mit Bäckerei und Brauerei. Ein vietnamesisches Restaurant ist bereits in die ehemalige Kellogg-Kantine eingezogen. Auch die gemeinnützige „Gemüsewerft“ ist aufs Areal gezogen und will dort Hopfen anbauen.

Das gesamte Quartier soll weitgehend autofrei sein. Soll heißen: kein Autoverkehr innerhalb des Quartiers, aber genügend zentrale Stellplätze für die Bewohner in Parkhäuser. Plus Carsharing und Ladesäulen für E-Mobile. Und:  Meier will 80 bis 85 Prozent der Energie für Mobilität und Heizungen im Quartier aus Windkraftanlagen bereitstellen. Ab 2020 sind die ersten Baumaßnahmen geplant. Für das Gesamtvorhaben veranschlagt Lütjen etwa zehn Jahre Zeit. Bis dahin sollen auf der Überseeinsel 750 bis 800 Millionen Euro investiert werden,

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.