BREMEN BREMEN/P - „Das ist eine Unverschämtheit“, ruft eine Mutter, deren Kind die Grundschule am Stephanitor besucht: „Das ist alles schon längst beschlossene Sache!“ Mit diesen Worten stürmt die Frau aus der Sitzung des Beirats Mitte. Ihre Empörung gilt der Politik von Bildungssenator Willi Lemke (SPD) und seinem Schulstandortkonzept. Das Bildungsressort will seinen Geldmangel mit dem Verkauf lukrativer Schulgebäude beheben – die Grundschule am Stephanitor mit ihrer Lage direkt an der Weser steht auch auf der Liste.

Heute entscheidet die Bildungsdeputation über die Zukunft der Schule, die nach den jetzigen Plänen einfach „auslaufen“ soll: Die bereits eingeschulten Kinder beenden hier ihre Grundschule, neue Klassen wird es nicht mehr geben. Fortan werden Grundschüler aus dem Stephaniviertel an drei Ausweichschulen geschickt. Die von den Eltern favorisierte Lösung, die Grundschule in der nahe gelegenen Schule Am Wandrahm unterzubringen, ist vom Tisch. Eigentlich war geplant, dass die Grundschule dort gemeinsam mit dem Alten Gymnasium (AG), den Zahntechnik-Berufsschülern und dem Schulpsychologischen Dienst unter ein Dach kommt. Das AG ist seit Beginn des Schuljahres dort. Für die Grundschüler ist nun kein Platz mehr. AG-Schulleiterin Christa Sanders-Terhorst meint, dies sei vom pädagogischen Konzept her nicht akzeptabel. Die Akustik im Gebäude sei unerträglich, der Schulhof sowieso schon zu klein.

Die Eltern der Grundschüler am Stephanitor sind empört. Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen den eigenen Schulleiter. Harald Kölm, der auch die Schule an der Melanchthonstraße leitet, habe sich nicht engagiert, so Elternsprecher Oliver Köhler. Die Kritik der Eltern betrifft auch das Vorgehen des AG. Köhler: „Die haben sich schnell die Räume gesichert, wir wurden hingehalten.“ Sie befürchten, dass ein „Auslaufen“ der Schule zu Lasten der Unterrichtsqualität geht, da mit jeder abgehenden Klasse auch Lehrer die Schule verlassen.

Der Bildungssenator stellte dem die desolate Finanzlage seines Ressorts gegenüber. Das Gebäude am Stephanitor lässt sich gut veräußern, auch ist es mit nur 53 Schülern nicht ausgelastet.

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