Brake /Wesermarsch Jetzt haben auch die meisten Kirchengemeinden in der mittleren und südlichen Wesermarsch die Konsequenzen aus der Corona-Pandemie gezogen: Gottesdienste und Heilige Messen fallen aus. Aber auch kirchliche Büchereien machen vorsorglich dicht. „Die Ev.-luth. Kirchengemeinde Brake an der Weser sagt die Gottesdienste und Veranstaltungen in der nächsten Zeit ab. Damit reagiert sie auf eine Handlungsempfehlung der Ev. Luth. Kirche in Oldenburg, die diesen Schritt allen Gemeinden empfiehlt“, heißt es in der Mitteilung der Gemeinde. Und weiter: „Mit Besonnenheit gilt es die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen und mit aller Kraft die Schwachen zu schützen. Diese Gottesdienst- und Veranstaltungspause soll dazu einen Beitrag leisten.“

Über das weitere Vorgehen werde in der Kirchengemeinde beraten. Die Lage werde immer wieder neu zu bewerten sein. „Die derzeitige Entscheidung ist für alle Beteiligten sehr schmerzlich, erscheint aber aufgrund der Entwicklung derzeitig alternativlos“, so Jährig.

Nach Aussagen von Dirk Jährig bleibt die pastorale Versorgung gewährleistet: Die Pfarrer stehen weiterhin für Gespräche und Begleitung zur Verfügung. Jährig: „Das muss nicht immer ein Besuch zu Hause sein, auch wenn das natürlich vorgeht. Es sind auch Gespräche via Telefon oder elektronisch möglich.“

Da derzeit keine Hochzeiten geplant seien, müsse darüber zur Zeit nicht weiter nachdenken. Da keine Schule stattfindet, pausiere auch der Konfirmandenunterricht. Über die Konfirmationen Ende April, Anfang Mai könne derzeit noch niemand etwas sagen – „die Entwicklung ist ja sehr rasant“. In Bezug auf Beerdigungen werde die Handlungsempfehlung nochmals genau befragt und mit den Bestattern zusammen nach Möglichkeiten gesucht.

Die „offene Kirche“ in der Stadtkirche bleibt indes bestehen, so dass Gläubige die Kirche für Gebete aufsuchen können. Das gilt auch für die Friedrichskirche in Hammelwarden. Hier schließt ab sofort die Bücherdiele. „Es findet keine Ausleihe statt“, teilte Hans-Hermann Schneider mit. „Die von den Leserinnen und Lesern ausgeliehenen Bücher können können bis zur Wiedereröffnung behalten werden.“

Auch die katholische-öffentliche Bücherei sowie der Eine-Welt-Laden St. Marien bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Ausleihen könnten auf der Internetseite opac.bmo-vechta.de/brake selbstständig verlängert werden, teilt Monika Weyers mit. Alternativ genüge auch eine Nachricht per E-Mail an koeb-st.marien.brake@t-online.de oder buecherei@kirche-brake.de. Wer sich die Zeit mit neuem Lesestoff vertreiben will, den weist Weyers auf die Möglichkeit der Onleihe hin: Auf der Seite www.libell-e.de lassen sich Bücher, Hörbücher und Zeitungen bequem von zuhause ausleihen.

Auch in der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Brake fallen „in Anbetracht des rasant um sich greifenden Coronavirus“ die Messen aus. Dazu hat sich Pfarrer Gregor Stratmann „schweren Herzens entschlossen“, Dies gilt für die Marien-Kirche in Brake sowie für die St. Maria Magdalena-Kirche in Elsfleth ab sofort und bis auf Weiteres. Alle Messen werden zunächst entfallen. „Mit dieser Entscheidung hat sich unsere Kirchengemeinde den Maßnahmen der Bistümer Hamburg und Osnabrück angeschlossen“, so Stratmann. Das zuständige Bistum Münster zog später nach.

In der katholischen Kirchengemeinde Brake fallen somit auch alle Gruppenstunden und Versammlungen, zu welchen die Kirchengemeinde einlädt, bis auf Weiteres aus. Private Buchungen für Räumlichkeiten im Pfarrheim und Jugendheim bleiben bestehen, jede Zusammenkunft finde jedoch auf eigene Gefahr statt. Da der empfohlene Mindestabstand zu anderen Menschen von 1,50 Metern in den Räumen der Kirchengemeinde kaum einzuhalten sei, rät Stratmann „dringend davon ab, sich in unseren Räumen zu versammeln“. Änderungen dieser Maßnahmen will er auf der Homepage www.kirche-brake.de zeitnah bekanntgeben. Die Kirche selber bleibt geöffnet.

Dieselbe Regelung gilt auch für die Pfarrei St. Bonifatius in Varel, die auch für die katholischen Christen in Jade zuständig ist. Die Kirchen in Varel und Jaderberg bleiben für Besuche geöffnet. Die ev.-luth. Kirchengemeinde Jade hat bereits am Freitagnachmittag alle Gottesdienste bis zum 19. April ausgesetzt.

Die ev.-luth. Kirchengemeinden Altenesch und Bardewisch gaben am Samstag „mit großem Bedauern“ die Absage der Gottesdienste für diesen Sonntag bekannt. „Diese Entscheidung greift tief in das kirchliche Leben und in unseren Alltag ein, betrifft aber zunächst nur das kommende Wochenende“, heißt es in einem von den Pastoren Sonja Froese-Brockmann und Jochen Dallas sowie von Karin Uhlhorn und Tobias Schmidtür die Gemeindekirchenräte unterzeichneten Mitteilung. „Wir orientieren uns dabei in der Verantwortung vor der Gesundheit der Gemeindeglieder auch an den Empfehlungen der staatlichen Institutionen. Unsere Gemeindekirchenräte werden in den nächsten Tagen eine Entscheidung darüber reffen, wo und in welcher Form wir unsere Gottesdienste in den nächsten Wochen feiern werden und welche unserer anderen Veranstaltungen und Angebote wir aufrecht erhalten können.“ Auch in diesen beiden Gemeinden bleiben die Kirchen tagsüber geöffnet.

In Vier Kirchen Ovelgönne entfallen ab sofort bis mindestens einschließlich 19. April ebenfalls alle Gottesdienste und Veranstaltungen. Diesen Beschluss hat der Gemeindekirchenrat in einer Eilsitzung am Samstag gefasst. „Der Entschluss ist uns nicht leicht gefallen“, schreibt Pfarrerinr Katja Röker. „Wir als Kirchengemeinde hoffen, auf diese Weise mitzuhelfen, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Außerdem schützen wir dadurch ältere Menschen und diejenigen, die durch eine Vorerkrankung besonders gefährdet sind. Und doch fühlt sich diese Entscheidung merkwürdig an: Dass wir an Karfreitag und Ostern, zwei unserer wichtigsten Feste, nicht wie gewohnt Gottesdienste miteinander feiern können, ist das Eine. Dass wir aber ausgerechnet zu einer Zeit, in der viele unter uns sich sorgen und unsicher sind und in der wir das gemeinsame Gebet und das Zusammenkommen besonders nötig haben, gerade das nicht zulassen können, fällt uns schwer.“

Telefonisch seien die Pastorinnen und das Kirchenbüro unter den bekannten Telefonnummern erreichbar. Wer in nächster Zeit bereits einen Termin für eine Taufe oder eine Trauung habe, sollte sich mit der Kirchengemeinde in Verbindung setzen. Das gelte auch für die Konfirmanden und Katechumenen. Bei Trauerfällen werde ein Weg gefunden, die Trauerfeier angemessen zu gestalten.

Alle Veranstaltungen, die nicht von der Gemeinde angeboten werden, aber in unseren Räumen stattfinden, seien ebenfalls von der Regelung betroffen. Die Kirchen in Großenmeer, Oldenbrok und Ovelgönne sind täglich bis 18 Uhr geöffnet. „In den nächsten Tagen werden wir Wege suchen, auch unter diesen besonderen Umständen Gemeinde sein zu können“, so Röker.

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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