BöSEL Per Internet fanden die Achtklässler die Grabstätten von Böselern, die als Wehrmachtsoldaten im 2. Weltkrieg fielen. Mit dem Projekt wird dem Kriegsende vor 60 Jahren gedacht.

Von Thomas Neunaber BÖSEL - Es sind oft Bilder von jungen Männern, die die Schülerinnen des Informatik-Wahlpflichtkurses der Realschule Bösel auf die bunte Karte kleben. „Manche Männer sind bereits mit 19 Jahren gefallen“, sagt Meike Hinrichs. Zusammen mit ihren Mitschülern steckt sie Nadeln, in eine Karte, die Westeuropa und Nordafrika in den Grenzen von 1933 zeigt. Viele Nadeln sind auch mit einem Bild eines deutschen Soldaten versehen. Denn jede Nadel steht für einen gefallenen Soldaten aus Bösel, Petersdorf oder Glaßdorf. Insgesamt 170 Nadeln werden die Schüler des 8. Jahrgangs an diesem Nachmittag in die Karte stecken und später alle mit Fäden versehen. „Die meisten Nadeln haben wir in russisches und polnisches Gebiet gesteckt“, sagt eine der Schülerinnen.

Die Karte der gefallenen Soldaten aus der Gemeinde Bösel ist der Beitrag des Informatikkurses für das Schulprojekt „60 Jahre Kriegsende in Niedersachsen“. Die Karte wird durch Schautafeln ergänzt, die über die Gräberstätten und Gefallenenorte informieren. Vervollständigt wird der Beitrag der Realschule durch Kunstwerke von Zehntklässlern, die in Anlehnung an das Werk „Der Schrei“ des norwegischen Künstlers Edvard Munch Masken im Kunstunterricht anfertigten.

Um die Namen der Gefallenen und ihre Todes- und Gräberstätten herauszufinden, nutzten die Schüler die Internetseite des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und die Böseler Ortschronik.

„Bei vielen Schülern hat die Arbeit geschichtliches Interesse für die Zeit des Nationalsozialismus geweckt“, freut sich Martin Oldiges, der das Schülerprojekt betreut.

Gespannt sind Oldiges und seine Schüler schon auf die Reaktion der Bevölkerung auf ihr Projekt. Denn die Karte, die Info-Wände und die Masken werden bei Ausstellungen im Kreishaus und der Wassermühle der Öffentlichkeit (siehe Kasten) präsentiert. „Vielleicht gibt es ja dann auch den ein oder anderen Zeitzeugen aus Bösel, der sich bei uns aufgrund der Ausstellung meldet“, hofft Martin Oldiges.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.