Steinhausen Immer unabhängig, hellwach, bereit für Meinungsführerschaft, und das seit 30 Jahren: Der Gesprächskreis für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB) feierte am Donnerstagabend in der Altdeutschen Diele in Steinhausen Geburtstag. „Alles Große ist einfach“, zitierte GELB-Sprecher Dr. Joachim Hensel den geistigen Ziehvater Max-Otto Bruker. Doch einfach war es sicher nicht immer, über drei Jahrzehnte hinweg so engagiert den kritischen Weg zu gehen.

Hensel erinnerte an die Mit-Initiatoren, die Gesundheitsberaterin Anneliese Riffert und den Vollwertbäcker Wolfgang Sambach. Lebens- und wissenshungrig waren sie Ende der 1980er Jahre: „Wir wollten die Mitmenschen zu verantwortungsvollem Leben ermuntern.“ Es entstand die Idee, in die Öffentlichkeit zu gehen. Daraus sind bis heute 320 Vorträge entstanden. Die Referenten wurden aus der ganzen Republik nach Bockhorn gezogen. An der Spitze der Herold der Empfindsamkeit, der Psychiater und Buchautor Dr. Matthis Jung, der schon 27 Beiträge geliefert hat (am 16. Mai ist er wieder in Steinhausen: mit dem Thema „Wendepunkte im Leben“). Andere Helden des geistigen Widerstands sind Annelie Keil und Dr. Heinz Buddemeier.

Bruker selbst war da: „80 Prozent aller Krankheiten sind auf eine falsche Ernährung zurückzuführen“, sagte er. 350 Leute hörten zu. Impfen ist heute wieder ein Thema, 1991 hieß es bei GELB: „Impfen – das Geschäft mit der Angst.“ Heckenmeister Hermann Benjes mahnte: „Die Industriegesellschaft verkommt zum Geisterreiter.“ Die Vollwertkost ist bis heute Markenzeichen von GELB. „Stell Dir vor, da ist Fleisch und keiner kauft es.“ Umweltthemen standen immer auf der Tagesordnung. Schon 1996 wusste GELB: „Das Kiewitt verstummt“ Die Kiebitze verschwanden.

Die Gen-Technik brachte GELB auf die Barrikaden, das war für GELB die „Vergewaltigung des Natürlichen“. Elektrosmog – für GELB der Teufel aus der Steckdose. Massentierhaltung steht für den Gesprächskreis unter dem „Etikettenschwindel Tierschutz“, die Menschen von heute seien „verrindert, verschweint und verhuhnt.“ Ballerspiele seien „Gerätedrogen für das schießende Ich“. Das Sterben der Bienen „in der Maiswüste“ hat GELB auch thematisiert. Das aktuelle Hauptthema sowieso: „Kohlekraft verheizt das Klima“. Viele haben Angst vor dem Wolf, GELB nicht: „Der Wolf war nie ein Feind.“ 320 Vorträge sind nicht das Ende, die Themen liegen auf der Straße. Am 17. Oktober folgt: „Darf es eine Verpflichtung zur Organspende geben? Ist das überhaupt eine Spende?“

Zum Gesprächskreis gehören heute auch Ingeborg und Dieter Höcke sowie die Gesundheitsberaterin Gisela Kremers. Ihre Kolleginnen aus der Region wie Susanne Balduff, Erika Rebentisch und Annegret Rosenkranz hatten zum Geburtstagsfest ein vollwertiges Büfett zubereitet, mit Mangold-Wurzel-Rösti, Dinkel-Hafer-Bratllingen, Gemüse-Chips aus Pastinaken und Rote Beete. So kann man auf schmackhafte Weise Hensels GELB-Motto umsetzen: „Ein Leben lang lernen, wie wir leben sollen“.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.