BOCKHORN „Ich freue mich immer, ausländische Gäste in unserem Rathaus begrüßen zu können", erklärte der Bockhorner Bürgermeister Ewald Spiekermann am Donnerstag beim Empfang von Carolina Ubaldini und ihrer Gastfamilie. Die 17jährige Schülerin aus Nord-Patagonien ist Spiekermann zufolge die erste Argentinierin überhaupt, die sich in das „Goldene Buch" der Gemeinde eintragen konnte.

Leonie Steiner aus Steinhausen hatte die Grundlage zu der kontinent-übergreifenden Freundschaft gelegt. Sie wollte Kontakt zu einer ausländischen Schülerin finden, kam im Internet auf die Organisation „AFS Interkulturelle Begegnungen“ und erhielt von ihren Eltern Dr. Peter Steiner und Bärbel Steiner jede Unterstützung für die Initiative. Im September war Carolina Ubaldini in die Gemeinde Bockhorn gekommen, bis Februar 2009 wird sie bleiben.

Die Argentinierin besucht die 11. Klasse des Jade-Gymnasiums und wurde da hervorragend aufgenommen: „Meine Klassenkameraden sind sehr nett“, erklärt sie. Insbesondere Julia Fürup, ebenfalls eine Schülerin aus Bockhorn, würde ihr in allen Belangen unter die Arme greifen: „Sie macht das sehr engagiert, das ist für uns eine deutliche Erleichterung", fügte Peter Steiner hinzu.

Carolina Ubaldini hat ihr Heimatland zum erstenmal verlassen. Im Schulsystem hat sie Unterschiede festgestellt: „Hier ist der Unterricht interaktiv, es gibt mehr Pausen. Bei uns in Argentinien müssen wir täglich mehr Stunden absolvieren.“ Und noch ein etwas überraschender Eindruck: „Hier haben die Schüler mehr Respekt vor den Lehrern.“

Zwischen der friesischen Familie und der patagonischen Schülerin sind schon enge Bande geknüpft worden: „Wir haben Neuland betreten, aber Carolina Ubaldini hat sich bei uns so integriert, dass mir jetzt schon vor dem Abschied im Februar graust", blickt Bärbel Steiner voraus. Die Argentinierin hat bereits jetzt unvergessliche Eindrücke gewonnen. Die Nibelungenstraße in Südhessen wurde ihr präsentiert, mittelalterliche Burgen wurden besichtigt.

Gleich zu Beginn der Besuchszeit war der Bockhorner Markt ein Ziel gewesen, es folgte der Bremer Freimarkt; und jetzt steht natürlich der Zeteler Markt auf der Agenda: „Volksfeste dieser Art gibt es bei uns nicht“, meinte Carolina Ubaldini.

Die friesische Speisekarte ist ihr nicht ganz geheuer, aber da muss sie durch: „Das nächste Experiment werden wir mit Grünkohl wagen", freut sich Bärbel Steiner. Und eine Boßeltour wird auch unternommen. Peter Steiner: „Unser Gast wird etwas von der Welt mit an den Fuß der Anden nehmen.“

„Programme im Bewusstsein der Toleranz und Harmonie“

AFS ist eine unabhängige und gemeinnützige Organisation, die interkulturelle Programme anbietet, um Menschen in der Entwicklung ihres Wissens und ihrer Fähigkeiten zu fördern und so auch einen Beitrag für eine friedvollere Welt zu leisten. In der Grundsatzerklärung des Vereins heißt es: „AFS fördert die Achtung der Menschenrechte ohne jede Diskriminierung von Rasse, Geschlecht, Sprache, Religion oder gesellschaftlicher Stellung. Die Programme werden im Bewusstsein von Würde, der Achtung von Unterschieden, der Harmonie und der Toleranz gestaltet.“ AFS bezeichnet sich als „größte und älteste Jugendaustauschorganisation weltweit.“ Es wird auf ehrenamtlicher und nicht-kommerzieller Weise gearbeitet. AFS Deutschland bietet Schüleraustausch, Gastfamilienprogramme und Freiwilligendienste in mehr als 40 Ländern an. Es gibt ein Regionalbüro in Hamburg (Tel. 040/39922290). Weitere Informationen unter www.afs.de

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