Ellenserdammersiel Noch sind sich die Experten nicht sicher. Doch entpuppen sich die Metallfunde unter dem Gleisbett der Bahnstrecke Oldenburg – Wilhelmshaven bei Ellenserdammersiel (Kreis Friesland) als Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, droht der Region auf der Hauptverkehrs-Ader an die Küste am Muttertag ein Verkehrsinfarkt.

Dann wird die Autobahn 29 zwischen Varel-Bockhorn und Zetel am Sonntag, 14. Mai, ab 9 Uhr gesperrt. Da auch die eigentliche, mit blauen Schildern ausgewiesene, Umleitungsstrecke im Sperrkreis mit dem Radius von 1000 Metern um die Fundstelle liegt, muss weiträumig umfahren werden. In Richtung Wilhelmshaven geht es von der Anschlussstelle Varel-Bockhorn über die Bundesstraße 437 nach Neuenburg und weiter auf der Landesstraße 815 über Zetel und Blauhand zur Auffahrt Zetel. Die neue Umleitung wird auf der selben Route auch in Richtung Oldenburg durch orangefarbene Pfeile ausgeschildert.

Der Bahnverkehr ist am Wochenende ebenfalls unterbrochen. Wegen der Sanierung der Strecke läuft aber seit Wochen zwischen Varel und Sande ein Schienenersatzverkehr. Aufgrund der Umleitung kann es aber zu weiteren Zeitverzögerungen kommen. Das gilt auch für die Inselbusse ab Oldenburg nach Esens.

„Bei routinemäßigen Vermessungsarbeiten wurden zwei Anomalien festgestellt“, berichtet Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen. Sofort begann eine Spezialfirma in Absprache mit dem Kampfmittelräumdienst mit den Vorarbeiten für die weitere Untersuchung der Metallstücke, die in drei beziehungsweise sechs Metern Tiefe direkt neben den Gleisen geortet wurden, auf denen die Züge der Nordwest-Bahn fahren.

Um die Fundorte herum wurden Spundwände gesetzt. An diesem Samstag um 9 Uhr beginnen Bagger, die Objekte freizulegen. „Erst wenn wir sie ausgegraben haben, wissen wir, ob es sich tatsächlich um Sprengkörper handelt“, sagt Sprengmeister Hans Mohr vom Kampfmittelräumdienst.

Er entscheidet am Nachmittag, wie es weitergeht. Möglich ist eine Entschärfung vor Ort oder eine Bergung. Müssten die Blindgänger gesprengt werden, bleiben die Hauptverkehrs-Adern wohl stundenlang gesperrt. Ist es ungefährliches Metall, wird die Aktion abgeblasen.

Dass es Bomben sein könnten, ist durchaus möglich. So erlebte Georg Eilers aus Zetel als 14-Jähriger im April 1945 einen Fliegerangriff auf den Bahnhof Ellenserdammersiel mit. Fritz Ahlrichs aus Zetel vermutet sogar, dass es sich um Bomben handeln könnte, die deutsche Wehrmachtssoldaten vor dem Kriegsende vergraben hatten, um die Infrastruktur zu sprengen und den Vormarsch der alliierten Truppen zu verzögern.


Eine Karte des Sperrgebiets unter:   www.bit.ly/2sperrgebiet 

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Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
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