Feuer In Friedhofskapelle In Bockhorn
Haftstrafe für Brandstifter

Zweieinhalb Jahre Haft und Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie – so lautet das Urteil für den Mann, der vergangenes Jahr die Bockhorner Friedhofskapelle angezündet hat. Er soll das Unrecht seines Handelns nicht in vollem Umfang erkennen können.

Bild: Sandra Binkenstein
In der Friedhofskapelle in Bockhorn wurde im September vergangenen Jahres ein Feuer gelegt. Der 62-jährige Täter muss nun für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.Bild: Sandra Binkenstein
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Bockhorn /Varel /Oldenburg Im Prozess gegen den 62 Jahre alten Mann aus Bockhorn, der sich vor dem Oldenburger Landgericht wegen schwerer Brandstiftung und Einbruchsdiebstahls verantworten musste, ist der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Außerdem ordnete die Kammer unter Vorsitz von Richterin Judith Blohm die Unterbringung des Angeklagten in der geschlossenen Psychiatrie an.

Das Gericht war davon überzeugt, dass der 62-Jährige am 22. September vorigen Jahres die Bockhorner Friedhofskapelle angezündet hat und in eine Kindertagesstätte sowie in das Bockhorner Erlebnisbad eingebrochen war. Der Angeklagte hatte vor allem die Brandstiftung mit einem Schaden von mehr als 100 000 Euro bestritten. Beim Zündeln gesehen hatte ihn auch keiner. Aber der 62-Jährige hatte die Tat im Vorfeld des Prozesses gleich mehreren Personen gegenüber gestanden, unter anderem Mitarbeitern eines betreuten Wohnheimes und vor allem gegenüber der Polizei.

Der Mann war im September vergangenen Jahres nachts in die Kapelle eingebrochen und hatte Holzbänke zusammen geschoben, Bibeln aufgeschichtet und anschließend angezündet. Das Feuer wurde am Morgen gegen 6.40 Uhr bemerkt. Der Innenraum war von dem Brand sehr stark verrußt. Die Kapelle konnte monatelang nicht benutzt werden.

Der Angeklagte gilt als intelligenzgemindert. Ein Psychiater schloss bei dem 62-Jährigen auch eine Persönlichkeitsstörung nicht aus. Ohne Behandlung und Betreuung stelle der Angeklagte eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Damit stand die Unterbringungsmaßnahme quasi fest. Dem 62-Jährigen wurde eine verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt. Er soll das Unrecht seines Handelns nicht in vollem Umfang erkennen können. Das aber mache ihn so gefährlich.

Auch ein Blick in die Vergangenheit ließ keinen anderen Schluss zu. Vor einigen Jahren hatte der Angeklagte in Varel schon einmal gezündet, unter anderem soll er Fahrzeuge in Brand gesetzt haben. Auch wegen dieser Taten musste sich der 62-Jährige vor Gericht verantworten. In dem damaligen Prozess war ebenfalls die Unterbringung des Angeklagten in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet, die Vollstreckung der Maßnahme allerdings zur Bewährung ausgesetzt worden. Das kam bei diesem Prozess nicht mehr infrage.

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