Vechta Zu den gravierenden Verstößen bei einer Polizeikontrolle von Reisebussen in Gelsenkirchen hat Höffmann Reisen noch einmal Stellung bezogen. 16 von 17 Busfahrern hatten laut Polizei vor dem Start einer Reise von 600 Schülern und Lehrern des Gauß-Gymnasiums am Freitag keine Nachweise über Lenk-und Ruhezeiten vorlegen können. Auch gab es kleinere Mängel an Bussen.

Hans Höffmann, Geschäftsführer des Vechtaer Reiseunternehmens, bestätigt, dass vier Fahrer nicht zum geplanten Einsatz gekommen seien. Die Ruhezeiten seien auf ihrer Fahrerkarte nicht festgehalten. Das sei sogar bei einem Fahrer der Fall, der nachweislich in einem Hotel in Gelsenkirchen übernachtet habe. Höffmann erklärt, dass alle vier Fahrer es versäumt hätten, die „Ruhetaste zu drücken“. Die Busfahrer wurden ausgetauscht, bei einem von elf Bussen verzögerte die Abfahrt sich. Der Geschäftsführer habe sich noch an dem Abend bei Schülern und Lehrern entschuldigt und die Schüler des verspäteten Busses zum Essen eingeladen. „Eine Abfahrt dieser Art ist bei uns in den letzten 49 Jahren nicht vorgekommen und wird in Zukunft auch nicht wieder vorkommen“, sagt Höffmann. Er betont, dass die Kontrolle viele Wochen vor Abfahrt abgesprochen wurde. Es handele sich nicht um einen „spontanen Großeinsatz“, wie einige Medien es darstellten.

Fahrer von Reisebussen dürfen maximal neun Stunden pro Tag am Steuer sitzen, zweimal in der Woche zehn Stunden. Nach einer Zeit von 4,5 Stunden müssen sie eine Pause von mindestens 45 Minuten einlegen. „Reisebusse werden stichprobenartig im Rahmen der normalen Verkehrskontrollen überprüft“, sagt Sebastian Bonk, Polizeioberkommissar in Cloppenburg/Vechta. Vor größeren Fahrten würde gewöhnlich nicht kontrolliert – es sei denn, Lehrer oder Eltern stellten Mängel fest und alarmierten die Polizei. „Bei Verkehrskontrollen fallen immer mal wieder Lenkzeitverstöße oder Mängel an Fahrzeugen auf“, sagt Bonk. Das komme bei Reisebussen deutlich weniger vor als bei Lastern. Besonders gravierende Fälle habe es im Bereich der Polizeidirektion Cloppenburg/Vechta in der vergangenen Zeit nicht gegeben. Auch seien keine Firmen besonders negativ aufgefallen. „Wenn es Verstöße gibt, geben wir die natürlich an die Presse weiter“, sagt Bonk.

Inga Wolter
stv. Ltg.
Online-Redaktion

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