Sögel Männer in gelben und roten Arbeitsanzügen mit Helm auf dem Kopf sind konzentriert bei der Arbeit, um den bei Sögel verunglückten Gastank an Stahlseilen zu verzurren. Insgesamt vier Autokräne sind um das rund 200 Tonnen schwere Ungetüm herum postiert, das wie eine riesige silberne Zigarre aussieht. Wenige Meter entfernt stehen am Mittwoch Spaziergänger, meist Rentner, aber auch Familien mit kleinen Kindern an einer Baustellenabsperrung und beobachten von einem Radweg aus das Geschehen.

Am 23. Februar geschah hier das Unglück: Zwei der mehr als 35 Meter langen Gastanks sollten vom Gelände des Spezialapparateherstellers Barlage in Haselünne zum Hafen von Dörpen gebracht werden, von wo aus sie nach Dänemark verschifft werden sollten. Die Kohlendioxidtanks sind für eine Tochterfirma des Gasspezialisten Linde bestimmt.

Etwa auf der Hälfte der Strecke rutschte der erste der beiden Behälter in einer Kurve langsam von dem Transportgestell auf einen matschigen Acker. Mitarbeiter der niederländischen Transportfirma konnten sich mit Sprüngen in letzter Sekunde retten.

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Dabei war der Transport so akribisch vorbereitet worden. Denn schon im Jahr zuvor gab es einen Anlauf für den Schwertransport. Dieser fand im Mai 2019 ebenfalls kurz vor Sögel ein Ende. Denn um die riesigen Behälter über die Straßen des Emslandes zu manövrieren, waren zuvor Hunderte Bäume so radikal beschnitten worden, dass 300 von ihnen nun ersetzt werden müssen. Teilweise wurden die Baumkronen an Alleen halbiert. Die Samtgemeinde Sögel ließ daraufhin den Transport von der Polizei abbrechen.

3-D-Scanner eingesetzt

Der neue Transport war detailliert vorbereitet worden, mit 3-D-Scannern wurde der ideale Baumschnitt geplant. Schiefgehen sollte dieses Mal nichts. Aber dann gab es einen Bedienfehler bei der Höhenregulierung des Transportanhängers, der die heikle Ladung in einer Kurve mit leichter Seitenneigung ins Rutschen brachte.

„Da lacht man wieder in ganz Deutschland übers Emsland“, sagt ein älterer Mann, während er sich die Arbeit der niederländischen Transportfirma anschaut. „Zum Lachen ist das gar nicht“, sagt ein paar Meter weiter Geerd Heinrich. Der 72-Jährige ist an diesem Morgen aus dem benachbarten Klein-Berßen nach Sögel gefahren, um bei der Bergungsaktion dabei zu sein.

Bloß kein Fehler mehr

Und er kann beobachten, dass sich die niederländische Firma Zeit nimmt, damit keine neue Panne passiert. Den Vormittag über werden die Kräne aufgebaut, die Seile am Tank und am ebenfalls umgestürzten Transportanhänger angebracht. Erst am Nachmittag wird der Tank ein wenig angehoben, um das Transportgestell zu bergen.

Am Donnerstag soll zunächst der zweite Tank an der Unglücksstelle vorbeigefahren werden. Er wurde auf Ständern etwa 200 Meter vor der Unglücksstelle abgestellt.

Am Freitag dann soll der havarierte Gasbehälter geborgen werden. Im Anschluss daran müssen Experten prüfen, ob die Schweißnähte noch dicht sind.

Unklar ist, wann der Transport der Tanks fortgesetzt wird. „Am Sonntag“, sagt Projektmanager Jack Bienen. „Das steht noch nicht fest“, sagt hingegen der Pressesprecher des Landkreises Emsland, Udo Mäsker.

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