Auto gerät unter Sattelzug – A28 in Richtung Bremen  gesperrt
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Osnabrück Sommer 1995: Eine junge Frau wird tot auf einem Stoppelfeld in der Nähe des emsländischen Sögel gefunden. Es gibt Hinweise auf einen Kampf, es gibt Hinweise auf eine versuchte Vergewaltigung. Hinweise auf einen Täter gibt es nicht – und das für mehr als zwei Jahrzehnte. Seit Mittwoch muss sich allerdings ein mehrfach vorbestrafter 65-Jähriger vor dem Landgericht Osnabrück für die Tat verantworten.

Der Vorwurf: Mord. Fortschritte in der Kriminaltechnik machten es möglich, DNA-Spuren von der Kleidung des Opfers zu analysieren. Ein Gen-Abgleich führte zu ihm. Zur Sache wolle er sich nicht äußern, sagt er am ersten Prozesstag.

Der 21. August 1995 ist ein warmer Hochsommertag mit Temperaturen um die 30 Grad. In Sögel feiern die Menschen auf der Kirmes bis in den nächsten Tag hinein. Gegen 1 Uhr morgens trennt sich eine junge Frau von ihrer Clique – ihre Freunde wollen noch in eine Kneipe, sie möchte nach Hause in die Bauerschaft Waldhöfe. Zu Hause kommt die Frau, die als Rechtsanwalts- und Notargehilfin arbeitet, aber nie an. Am nächsten Nachmittag wird sie von Nachbarn tot auf dem Stoppelfeld gefunden, erdrosselt. Jemand hat ihren Pullover an den Seiten aufgerissen, ihr die beiden Seiten um den Hals geschlungen und mit enormer Kraft zugezogen.

Laut Anklage ereignete sich das Verbrechen gegen 1.30 Uhr. Der Täter überfällt die junge Frau auf der Landstraße und will sie vergewaltigen. Sie wehrt sich, entkommt über eine Böschung auf ein Stoppelfeld. Dort holt der Täter sie ein, versucht sie zu vergewaltigen, scheitert aber an der sich heftig wehrenden Frau. Aus Angst, entdeckt zu werden, habe er sie schließlich erdrosselt, sagt Oberstaatsanwalt Hubert Feldkamp.

Auch wenn er sich nicht zu diesem Vorwurf äußert, etwas erzählt der 65-jährige schon. Er berichtet auf Nachfragen des Vorsitzenden Richters Ingo Frommeyer aus seinem privaten und beruflichen Leben. Der 1954 in Gelsenkirchen geborene Deutsche besucht die Sonderschule, bricht eine Ausbildung zum Bauarbeiter ab, arbeitet als Gehilfe, Schweißer, Kranführer und Kraftfahrer. Die Hochzeit mit einer Emsländerin bringt ihn in den 1980er Jahren in die Region. Das Ehepaar hat drei Söhne.

Seit seiner Jugend kommt er mit dem Gesetz in Konflikt. Erste Verurteilungen wegen versuchter Vergewaltigung und schweren Diebstahls bringen ihn in die Jugendhaft nach Siegburg. Er will weg von zu Hause, reist nach Südfrankreich. Ein Gericht in Marseille verurteilt ihn 1978 wegen Scheckbetrugs zu einer mehrmonatigen Haftstrafe.

Er kehrt zurück nach Deutschland, arbeitet bei verschiedenen Firmen, zeitweise in der Autowerkstatt seines Schwiegervaters. Von 2004 bis 2009 geht er wegen Einbruchdiebstahls wieder in den Knast. Im Mai 2011 will er eine Bank ausrauben, nimmt eine Geisel und wird anschließend vom Landgericht Osnabrück zu sieben Jahren Haft verurteilt. „Entlassen worden bin ich am Sonntag, den 13. Mai 2018“, erzählt er.

Im Jahr 1995 arbeitet er als Kraftfahrer bei Firmen in Sögel. Journalisten sagt Anwalt Winfried Hartmann, dass sein Mandant nicht bestreite, die junge Frau gekannt zu haben und dass die DNA-Spuren von ihm stammen. Er bestreite aber, sie getötet zu haben. Bis Februar sind zwölf weitere Prozesstermine angesetzt.

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