Osnabrück /Bad Bentheim Vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Osnabrück beginnt an diesem Dienstag der Strafprozess gegen vier Angeklagte wegen des Vorwurfs der Bestechung bei der Emsland Group. Die Straftaten sollen sich in den Jahren 2007 bis 2014 ereignet haben (Az. 2 KLs 1/19). Angeklagt sind vier Männer im Alter von 58 bis 62 Jahre aus Lingen, Kyritz, Haan und Wuppertal.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück (Zentralstelle für Korruptionsstrafsachen) wirft den vier Angeklagten Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr in einem besonders schweren Fall vor. Zwei der Angeklagten waren langjährige Führungskräfte der Emsland Group, einem großen Hersteller pflanzlicher Rohprodukte aus der Grafschaft Bentheim. Die beiden Angeklagten sollen bis zum Dezember 2014 in verschiedenen Gesellschaften der Gruppe als Vorstände oder Geschäftsführer tätig gewesen sein. Die beiden weiteren Angeklagten sind die ehemaligen geschäftsführenden Gesellschafter mehrerer Transport- und Logistikunternehmen, unter anderem der S. GmbH mit Sitz in Bremen.

Zwischen den Unternehmen in Bremen und Bad Bentheim soll es seit dem Jahr 2002 geschäftliche Kontakte gegeben haben, die sich seit dem Jahr 2004 intensiviert haben sollen. Im Jahr 2007 sollen die Angeklagten nach den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft übereingekommen sein, alle Transporte der Emsland Group, vor allem im Seefrachtbereich, exklusiv über die S. GmbH abzuwickeln. Als Gegenleistung sollen die beiden bei der Emsland Group tätigen Angeklagten gefordert haben, mit je 25 Prozent an der S. GmbH beteiligt zu werden. Die beiden angeklagten geschäftsführenden Gesellschafter der S. GmbH sollen darin eingewilligt haben.

Im Sommer 2007 soll dann laut Anklage durch die Angeklagten ein Exklusivvertrag über verschiedene Transportleistungen zwischen der Emsland Group und der S. GmbH geschlossen worden sein. Gleichzeitig sollen über Treuhandkonstruktionen die geforderten Anteile an der S. GmbH auf die bei der Emsland Group tätigen Angeklagten übertragen worden sein. Die exklusive Zusammenarbeit der Emsland Group mit der S. GmbH soll bis zur fristlosen Kündigung aller Verträge mit den beiden dort tätigen Angeklagten durch die Emsland Group im Dezember 2014 fortgesetzt worden sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass den beiden bei der Emsland Group tätigen Angeklagten durch den Erhalt der Unternehmensanteile an der S. GmbH und Gewinnausschüttungen insgesamt je rund 3,23 Millionen Euro zuflossen.

Den Angeklagten drohen im Fall einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Gegenüber den bei der Emsland Group tätigen Angeklagten kann zudem im Fall einer Verurteilung die Einziehung des Wertes der erlangten Vorteile angeordnet werden. 14 Fortsetzungstermine bis in den Oktober sind derzeit vorgesehen.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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