Oldenburg Die Zahl der Verkehrsunfälle in der Region ist gestiegen. Das geht aus der Unfallstatistik der Polizeidirektion Oldenburg hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Waren es 2016 noch 43 794 Verkehrsunfälle, stieg die Zahl 2017 auf 44 708 an.

In der Analyse der Verkehrsunfallstatistik können laut Polizei zwei Probleme ausgemacht werden. Das erste Problem sei messbar, das Zweite nicht. Unfallursache Nummer eins bleibt die Geschwindigkeit. Zu schnelles Fahren oder eine unangepasste Fahrweise sind der Grund für 31,4 Prozent aller Verkehrsunfälle. Dies sei leicht messbar. „Doch mit Rasen und Drängeln kommt man nicht schneller ans Ziel, sondern gefährdet sich und andere“, so Polizeivizepräsident Bernd Deutschmann.

Das zweite Problem sei die Ablenkung durch Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr. Diese lasse sich nicht ohne Weiteres durch Zahlen belegen. Nach Angaben von Verkehrsexperten werde jeder zehnte Unfall in Deutschland durch verbotene Handynutzung verursacht.

„Mails lesen, Nachrichten tippen, telefonieren und in sozialen Netzwerken surfen. Diese Ablenkung kann fatale Folgen haben und Leben zerstören. Nur wer sich ganz auf den Straßenverkehr konzentriert, egal ob als Fußgänger, Fahrradfahrer oder Führer eines Kraftfahrzeuges, kann Unfälle vermeiden“, macht der Vizepräsident der Polizeidirektion Oldenburg deutlich.

Die Anzahl polizeilich aufgenommener Verkehrsunfälle hat um gut zwei Prozent auf 44 708 (2016: 43 794) zugenommen. Bei diesen Verkehrsunfällen wurden neben den 96 Menschen, die ihr Leben verloren, im vergangenen Jahr 1416 Menschen (2016: 1412) schwer verletzt und weitere 8616 Menschen (2016: 8424) leicht verletzt. Die Gefahr, auf Landstraßen tödlich zu verunglücken, ist immer noch am größten. Im Jahr 2017 kamen bei 96 Unfalltoten insgesamt, 74 von ihnen auf der Landstraße ums Leben. Auf den Autobahnen und im innerstädtischen Verkehr kamen die wenigsten Menschen ums Leben.

Die Geschwindigkeit, ob überhöht oder unangepasst ist mit 31,4 Prozent (2016: 27 Prozent) Unfallursache Nummer eins. Es folgen Unfälle sonstiger Art, in der Regel Bagatellunfälle, mit 22,1 Prozent (2016: 39 Prozent), gefolgt von Vorfahrtsverstößen mit 15,1 Prozent (2016: 14 Prozent), Überholen und Abbiegen mit jeweils 14 Prozent (2016: sieben und neun Prozent) sowie Unfälle unter Alkoholeinfluss mit 2,3 Prozent (2016: drei Prozent) und Abstandsverstößen wie im Vorjahr mit einem Anteil von 1,2 Prozent.

Die Risikogruppe der sogenannten „Jungen Fahrer“ (im Alter zwischen 18 bis 24 Jahren) ist seit Jahrzehnten das Sorgenkind im Straßenverkehr. Mit Blick auf die Statistik lässt sich feststellen, dass 2008 noch 35 junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren ums Leben kamen und 299 schwer verletzt wurden. Im vergangenen Jahr verunglückten 18 junge Menschen tödlich (2016: zwölf) und 222 wurden schwer verletzt (2016: 273).

Im vergangenen Jahr kamen sechs junge Menschen mehr als im Vorjahr ums Leben.

Bei der Risikogruppe der Senioren (ab 65 Jahren) setzt in erster Linie der Körper Grenzen, an die sich Senioren als Fahrzeugführer erst gewöhnen und dann lernen müssen, mit ihnen umzugehen, so die Polizei. Im Jahr 2008 kamen 24 Senioren im Straßenverkehr ums Leben, 2017 waren es 22 (2016: 33). Schwer verletzt wurden 2008 227 Senioren, 2017 waren es 269 (2016: 264).

Und wenn es mal gekracht hat, sich kümmern und die die Polizei verständigen? Das sehen wohl immer weniger Autofahrer in der Region so. Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten ist im vergangenen Jahr auf 9546 angestiegen (2016: 9190). Das „unerlaubte Entfernen vom Unfallort“ hat sich zwischenzeitlich zu einem Massendelikt entwickelt, sagt ein Polizeisprecher.

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