Oldenburg Einen deutlichen Rückgang der Straftaten auf unter 100.000, einen deutlichen Rückgang auch bei den Wohnungseinbrüchen (auf 2283) und eine geringe Wahrscheinlichkeit für Bürger, Opfer einer Straftat zu werden. Diese Schlüsse ziehen Polizeipräsident Johann Kühme, Polizeivizepräsident Bernd Deutschmann und Polizeidirektor Hendrik Vieth, Leiter des Dezernats Kriminalitätsbekämpfung, aus der Kriminalstatistik 2018 für den Bereich der Polizeidirektion Oldenburg. Zur Direktion gehören neben dem Oldenburger Land auch die Kreise Cuxhaven, Osterholz-Scharmbeck, Verden und Diepholz. Mit 5439 Straftaten je 100.000 Einwohner weise die Statistik den niedrigsten Wert seit vielen Jahren auf. Im Jahr 2017 hatte die sogenannte Häufigkeitsszahl bei 5736 gelegen. „In nahezu allen Kriminalitätsbereichen gab es Rückgänge“, sagte Kühme, „auch wenn das subjektive Gefühl mancher Bürger ein anderes ist“. Zufrieden ist die Polizei auch mit der Aufklärungsquote, die mit 63,34 Prozent einen Spitzenwert erreicht hat. „Das ist ein Ergebnis toller polizeilicher Arbeit im Zusammenwirken aller“, sagte Kühme. Schon 2017 waren die Fallzahlen (99 052) unter 100 000 gesunken. 2018 wurden 94 315 Straftaten registriert (minus 4,78 Prozent).

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Hauptanteil an den polizeilichen Ermittlungsverfahren bilden Diebstahlsdelikte mit 32 643 Fällen (Rückgang um 8,21 Prozent). Stark rückläufig war die Zahl der Wohnungseinbrüche (2283). Hier habe sich die Anstrengung bei der Bekämpfung der Einbruchskriminalität bezahlt gemacht, sagte Polizeidirektor Vieth. Mit länderübergreifenden Kooperationen habe man Erfolg gehabt. Eine Zunahme gab es bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, berichtete Vizepräsident Deutschmann. Das liege daran, dass der Tatbestand der sexuellen Belästigung neu ins Strafgesetzbuch aufgenommen wurde, vorher war das Delikt als Beleidigung zu verfolgen.

Polizeivizepräsident Bernd Deutschmann zur Kriminalstatistik (Video der Polizei):

Eine deutliche Abnahme gab es bei den Straftaten gegen das Leben. Sie sank von 170 auf 105. Freilich hat das auch mit den Ermittlungen der Sonderkommission „Kardio“ zu tun, die in den Todesfällen ermittelte, die dem früheren Krankenpfleger Niels Högel zur Last gelegt werden. Allein 87 Fälle der 170 Delikte im Jahr 2017 betreffen Högel. Insgesamt sei diese Kriminalität seit vielen Jahren konstant, sagte Kühme.

Illustration: drawlab-19-fotolia.com // Grafik: MedienGrafikSchmeide

Einen weiteren Rückgang gab es auch bei der Jugendkriminalität, „Das ist sehr erfreulich“, sagte Deutschmann. Als ursächlich sei hier auch das Wirken der Vereine und der Kirchen zu nennen, erklärt Kühme den Rückgang. „Der Rückgang hat mit Prävention zu tun, natürlich auch mit der Arbeit der Vereine, Kirchen bis hin zur Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr.“ Leben in Gemeinschaft nannte er als Schlagwort.

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Sorgen bereiten den Polizisten die Straftaten gegen Vollzugsbeamte, insbesondere die Qualität der Angriffe. „Das hat zugenommen, und das ist nicht mehr einfachem Widerstand zu vergleichen“, sagte Kühme. Die Zahl der Angriffe lag 2018 bei 504 (Vorjahr 546). Die Beamten würden darauf vorbereitet zum einen in der Einsatztechnik, zum anderen in Kommunikationstechniken. 207 Beamte erlitten Verletzungen bei diesen Widerstandshandlungen. Als Beispiel gelten die Auseinandersetzungen am Vatertag 2018 in Ganderkesee. Und in der vergangenen Woche wurde ein Beamter in die Wade gebissen. Auch Rettungskräfte wurden Opfer von Angriffen: Die Zahl stieg von 31 auf 40. „Ein Angriff auf Rettungskräfte ist auch ein Angriff auf den Rechtsstaat“, sagte Polizeipräsident Kühme.

Unter allen Tatverdächtigen (41 167) gab es 9785 Nichtdeutsche, und denen wiederum 3102 Migranten. Bei Sexualdelikten registrierte die Polizei unter den 1069 Tatverdächtigen 823 Deutsche und 246 Nichtdeutsche (davon 126 Flüchtlinge). Polizeipräsident Kühme nannte die Zahlen „sehr positiv, das ist der niedrigste Stand seit Langem, insgesamt leben wir in einer sicheren Region“.

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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