Oldenburger Land /Bad Zwischenahn Klaus Rosenbohm wohnt in Bad Zwischenahn. Dort fühlt er sich zwar wohl, doch gelegentlich zieht es den Ammerländer in die Stadt – einmal wöchentlich fährt er nach Oldenburg, einmal im Monat nach Bremen. Dafür nutzt er die Nordwest-Bahn.

So auch am 19. Januar. Um 10.45 Uhr sollte es nach Oldenburg gehen. Klaus Rosenbohm ist ein pünktlicher Mensch und somit bereits um 10.30 Uhr am Bahnhof in Bad Zwischenahn. Der warme Zug steht schon bereit.

„Prima“, denkt der 70-Jährige sich. Aber denkste.

„Erst um 10.40 Uhr öffnete der Zugführer die Türen. Mit etwa 15 weiteren wartenden Fahrgästen wurde ich in der Kälte stehen gelassen“, ärgert Rosenbohm sich.

Alkoholverbot

40 Euro Strafe zahlen muss ab heute jeder, der in den Zügen der Nordwestbahn in der Weser-Ems-Region gegen das Alkoholverbot verstößt. Seit der Einführung des Verbots Mitte Dezember seien Reisende bei einem Verstoß zunächst nur auf die neue Regelung hingewiesen worden, sagte eine Sprecherin des Bahnunternehmens.

Betroffen sind die Regionalzüge zwischen Osnabrück, Bremen, Wilhelmshaven und Esens.

Innerhalb weniger Minuten mussten sich die frierenden Fahrgäste dann schließlich eilig in den Zug begeben. Immer wieder sei festzustellen, dass die Türen unterschiedlich vor der Abfahrt geöffnet werden. Mal um halb dann wieder erst kurz vor der Abfahrtzeit. „Was macht das für einen Sinn, hier die Leute in der Kälte stehen zu lassen? Warum wird das so unterschiedlich von den Zugführern gehandhabt?“, fragt der erboste Zugfahrer.

Auf Nachfrage der NWZ bei der Nordwest-Bahn in Osnabrück heißt es dazu: „Je nachdem, wie lange der Triebfahrzeugführer schon unterwegs ist, kann es sein, dass eine offizielle Arbeitsschutzpause unseres Kollegen in dieses Zeitfenster fällt. Diese Pausen sind sogar gesetzlich gefordert beziehungsweise vorgeschrieben. Wenn ein Kollege während seiner Ruhe- und Pausenzeit die Türen schließen möchte, wird diese Entscheidung von uns mitgetragen. Er hat durchaus das Recht, in dieser Zeit die Türen geschlossen zu halten.“

Die Öffnung der Türen liegt laut Nordwest-Bahn-Sprecherin Stephanie Nölke also immer im Ermessen des Triebfahrzeugführers. Es müsse allerdings gewährleistet sein, dass sie so frühzeitig geöffnet werden, dass alle am Bahnsteig wartenden Fahrgäste in Ruhe einsteigen können und eine pünktliche Abfahrt des Zuges sichergestellt ist.

„Dennoch bedauern wir natürlich, dass bei den derzeitigen Temperaturen Fahrgäste länger am Bahnsteig warten mussten, bis sie den Zug betreten konnten“, fügt Nölke hinzu.

Zugfahrer Rosenbohm indes versteht die Welt nicht mehr: „Da lässt man die Leute, auch ältere, in der Kälte stehen, obwohl doch auch ein Zugbegleiter im Zug ist. Wieso sind dann die Ruhezeiten das Hindernis, die Personen aus der Kälte in den Zug zu lassen? Hier muss doch der allgemeine Menschenverstand wirken. Im Sommer ist das ganze Thema sicherlich nicht so relevant. Also, da kann man wirklich nur den Kopf schütteln.“

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Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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