Leer Es ist eine erfreuliche Entwicklung: Die Zahl der Verkehrsunfälle geht im Bereich der Polizeiinspektion Leer/Emden Jahr für Jahr zurück. Dieser Trend setzte sich auch 2019 fort. Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis Leer und der Stadt Emden 4228 Unfälle verzeichnet, wie aus der gestern vorgelegten Verkehrsstatistik hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren es noch 4298 Unfälle.

An den 4228 Unfällen waren insgesamt 4970 Fahrzeuge beteiligt. Den größten Anteil machen hier mit rund 70 Prozent die Pkw aus (3522 Unfälle). In 443 Fällen waren Lkw, in 352 Fällen Fahrräder und in 162 Fällen Motorräder in das Unfallgeschehen verwickelt. Wie zu erwarten, stieg die Zahl der an Unfällen beteiligten E-Bikes erneut an. Im vergangenen Jahr waren 75 E-Bikes betroffen, 2018 waren es 42 .

Mehr Schwerverletzte

Verletzt wurden bei den Verkehrsunfällen im Bereich der Polizeiinspektion Leer/Emden im vergangenen Jahr 1127 Menschen, diese Zahl blieb im Vergleich zu 2018 annähernd gleich. Auffällig ist, dass die Zahl der Leichtverletzten zwar um fast drei Prozent von 994 auf 965 zurückging, es aber dafür aber einen deutlichen Anstieg bei den Schwerverletzten gab: Ihre Zahl kletterte von 133 auf 160. Als „schwer verletzt“ wird von der Polizei jede Person registriert, die zur stationären Behandlung in einem Krankenhaus aufgenommen wird.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Elf Menschen sind im vergangenen Jahr im Landkreis Leer und in Emden bei Verkehrsunfällen getötet worden. 2018 starben zwölf Menschen. Johannes Lind, Leiter der Polizeiinspektion Leer/Emden, meinte dazu: „Die Polizei kann die Art und Schwere der Unfallfolgen kaum beeinflussen.“ Umso wichtiger sei es, dass die Polizei durch vorbeugende Maßnahmen und Aufklärung dazu beitrage, Unfälle möglichst bereits im Vorfeld zu vermeiden.

Fehlender Abstand

Die häufigste Unfallursache war auch im vergangenen Jahr der fehlende Sicherheitsabstand. Er führte in 395 Fällen zu einem Unfall. Deutlich weniger Unfälle waren auf Geschwindigkeitsverstöße zurückzuführen. 2018 verzeichnete die Polizei 247 Raser-Unfälle, 2019 waren es nur noch 218.

Ein Anstieg stellte die Polizei hingegen bei den Unfällen fest, die durch die Missachtung der Vorfahrt verursacht wurden. 2018 zählte sie 350 derartige Fälle, im vergangenen Jahr waren es 368.

Auch die Zahl der der Verkehrsunfälle, bei denen die Unfallverursacher unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen, nahm zu. Sie stieg sogar verhältnismäßig deutlich von 85 auf 101, eine Zunahme von fast 19 Prozent.

Risikogruppe Kinder

Laut der Polizei gibt es im Straßenverkehr mehrere Risikogruppen. Ein besonderer Augenmerk gilt dabei der Gruppe der Kinder im Alter zwischen 0 und 14 Jahren. 117 von ihnen waren 2019 im Bereich der Polizeiinspektion in einen Unfall verwickelt - insgesamt traf das auf 7083 Menschen zu. Die Zahl der beteiligten Kinder sank im Vergleich zu 2018, als noch 143 Kinder in an einem Unfall beteiligt waren, deutlich, Ein Kind verlor im vergangenen Jahr sein Leben. 74 Kinder erlitten leichte und sieben schwere Verletzungen. Wenn Kinder schwer verletzt wurden, waren sie am häufigsten als Insasse in einem Auto oder als Radfahrer unterwegs. Inspektionsleiter Lind sagte: „Gerade schwer verletzte oder gar getötete Kinder sind eine große Belastung für alle Beteiligten. Umso erfreulicher ist es, dass die Zahl der schwer verletzten Kinder zurückgegangen ist. Dies zeigt uns, dass wir mit der Verkehrssicherheitsarbeit an den richtigen Stellen ansetzen.“

Junge Erwachsene

Zu den Risikogruppen gehören auch die jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. 2019 waren 1072 von ihnen an Unfällen beteiligt. Der Anteil der jungen Erwachsenen an der Gesamtzahl der an Unfällen beteiligten Personen beträgt etwa 15 Prozent. Zwei junge Erwachsene verloren im letzten Jahr durch einen Unfall ihr Leben. Deutlich erhöht hat sich bei den jungen Menschen aber die Zahl der Schwerverletzten: Sie stieg von 16 auf 27, einer Zunahme um fast 70 Prozent.

Dazu meinte Inspektionsleiter Lind: „Die Zunahme an schwer verletzten jungen Fahrern ist besorgniserregend. Vor diesem Hintergrund müssen wir als Polizei gezielt an den Hauptunfallursachen ansetzen.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die unerlaubte Nutzung von Smartphones.

Risikogruppe Senioren

Zu den Risikogruppen im Straßenverkehr zählen auch die Senioren, also Menschen die 65 oder älter sind. 2019 waren 897 von ihnen an Verkehrsunfällen beteiligt, ein leichter Rückgang zu 2018 (961 Senioren). Im vergangenen Jahr wurden zwei Senioren bei einem Verkehrsunfall getötet, 2018 war es ein Mensch. Auch bei den Senioren stieg die Zahl der Schwerverletzten, und zwar von 22 auf 31. Zurück ging auch hier die Anzahl der Leichtverletzten, es waren noch 114. statt 137.

Johannes Lind verwies in diesem Zusammenhang auf das Programm „Fit im Auto“ der Landesverkehrswacht Niedersachsen: „Für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr sind von einem Verkehrsteilnehmer Beweglichkeit, Sehvermögen und Reaktionsfähigkeit gefordert. Diese Fertigkeiten lassen im Alter aber nun mal nach. Das Programm ,Fit im Auto’, das auch im Landkreis Leer und in der Stadt Emden durchgeführt wird, knüpft genau hier an. Gemeinsam mit Experten können Senioren ihr eigenes Fahrkönnen überprüfen, hinterfragen und gegebenenfalls optimieren oder die Entscheidung treffen, eine andere Art der Beteiligung am Straßenverkehr für sich zu bevorzugen.“

Verkehrskontrollen

Bei Kontrollen wurden im letzten Jahr in der Polizeiinspektion Leer/Emden 181 Verkehrsteilnehmer erwischt, die alkoholisiert unterwegs waren. Auffällig: Bei gleich 84 Personen wurde ein Wert von 1,6 Promille und mehr festgestellt. Eine weitere Auffälligkeit: Die Anzahl der Verkehrsteilnehmer, die unter Drogen standen, hat sich 2019 mehr als verdreifacht. 2018 wurde 76 Verstöße registriert, im vergangenen Jahr waren es 244.

Insgesamt stellte die Polizeiinspektion Leer/Emden im letzten Jahr 14 166 Verkehrsverstöße fest (2018: 13 693). Darunter wurden 1189 Gurt- und 861 Handyverstöße geahndet. In 1048 Fällen wurden Fahrradfahrer erwischt.

Den Hauptanteil der Verkehrsüberwachung bildeten auch 2019 die Geschwindigkeitskontrollen. Insgesamt wurden von der Polizei 7138 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. 2018 waren es 5873.

Lambert Tergast Redakteur / Redaktion Ostfriesland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.