Im Nordwesten Im Mega-Prozess vor dem Oldenburger Landgericht um eine beispiellose Einbruchserie im gesamten Nordwesten ist der Hauptangeklagte aus Serbien am Mittwoch zu einer Gefängnisstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Ein mitangeklagter Landsmann des Hauptangeklagten dagegen kam noch mit knapp drei Jahren Gefängnis davon. Er war nur an drei Einbrüchen beteiligt gewesen.

Dem Hauptangeklagten waren mehr als 80 Einbrüche zur Last gelegt worden. Verurteilt wurde er aber nur wegen 45 Taten. Bezüglich dieser Taten sei die Beweislage erdrückend gewesen, sagte am Mittwoch der Vorsitzende Richter Horst Kießler. Die Cloppenburger Soko „Türkette“ hatte dem Mann das Handwerk gelegt.

Die Auswertung eines Navigationsgerätes und eines Peilsenders mit den Daten aller Tatobjekte sowie eine intensive Telefonüberwachung ließen keine Zweifel an der Schuld der Angeklagten zu.

Operiert wurde von Hannover aus. Von dort wurden die Schwerpunktziele unter anderem in Cloppenburg, Löningen, Lastrup, Vechta, Bakum, Goldenstedt, Langförden, Wildeshausen, Harpstedt, Jever und Wilhelmshaven angesteuert.

Um die Ermittlungen zu erschweren, wichen die Angeklagten zwischendurch auch nach Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen aus. Stets waren es Privathäuser, die sie heimsuchten. Wohlgefällig hatte sich der Hauptangeklagte im Verfahren zurückgelehnt und erklärt, er habe keinem etwas getan.

Das sahen die Kammer und die Geschädigten allerdings ganz anders. Teils sind die Geschädigten seit dem Einbruch in ihr Haus traumatisiert. Unter Tränen schilderten sie die Verletzung ihres persönlichen Bereichs und den Verlust von wertvollen Erinnerungsstücken, die auf dem Schwarzmarkt aber nichts wert sind. Einige der Geschädigten mussten umziehen. Ihr Leid wirkte sich strafverschärfend aus.

Das Mammutverfahren hat monatelang das Landgericht beschäftigt. Aufgrund einer Erkrankung eines Schöffen musste der Prozess zweimal starten. Die beiden jetzigen Angeklagten sind nur ein Teil einer ganze Gruppierung, die an den Taten beteiligt war. Vielen war die Flucht nach Serbien gelungen. Dort konnte nun ein weiterer Bandenchef verhaftet werden

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