Im Nordwesten Umgestürzte Bäume, Blechschäden: Die Ausläufer des Sturmtiefs „Victoria“ haben in Niedersachsen und Bremen weniger gewütet als zuvor das Orkantief „Sabine“. Am Sonntag fegten nach Angaben des Deutsche Wetterdienst (DWD) Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 70 und und 80 km/h über den Norden hinweg. In ganz Niedersachsen meldeten die Polizeidirektionen zahlreiche umgestürzte Bäume – verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen aber niemand.

Bäume stürzen auf Autobahnen – Blechschäden

Vier Bäume sind durch Sturm Victoria am Sonntag auf die Autobahnen 28 und 29 gestürzt. Dadurch kam es zu mehreren Unfällen:

> Auch auf der Autobahn 29 kurz vor dem Parkplatz Bornhorster Wiesen ragte ein umgestürzter Laubbaum auf den Hauptfahrstreifen. Eine 21-jährige aus Bockhorn konnte dem Baum „gerade noch ausweichen“, verlor dabei aber die Kontrolle über ihr Auto, geriet ins Schleudern und prallte gegen die Mittelschutzplanke, wo sie zum Stillstand kam. Fünf weitere Fahrzeuge „schafften es aber nicht, dem Baum auszuweichen und stoßen mit diesem zusammen“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Es entstand Sachschäden in Höhe von mehreren tausend Euro. Während der Unfallaufnahme wurde für rund zweieinhalb Stunden der Verkehr über den Parkplatz Bornhorster Wiesen geleitet. Der Baum wurde durch die Feuerwehr beseitigt.

> Ein Streifenwagen kollidierte auf der Autobahn 28 in hinter der Auffahrt Westerstede in Fahrtrichtung Bremen mit einer umgestürzten Fichte, die auf die Fahrbahn ragte. Es entstand nach Polizeiangaben Sachschaden am Fahrzeug.

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> Starke Windböen haben nach Polizeiangaben einen Unfall auf der B72 bei Emstek verursacht. Dort überschlug sich gegen 17.15 Uhr ein Auto, das einen Wohnwagen zog. Beide Fahrzeuge kamen auf dem Dach zum Stehen. Ein 24-jähriger Mann aus Stuhr und seine 19-jährige Beifahrerin blieben unverletzt. Die Höhe des Sachschadens ist unbekannt. Die B72 musste zur Bergung der Fahrzeuge zeitweise voll gesperrt werden.

Umstürzender Baum trifft Transporter

> In Edewecht im Landkreis Ammerland traf ein Baum gegen 18.25 Uhr einen vorbeifahrenden Kleintransporter. Das mit drei Personen besetzte Fahrzeug befuhr den Scharreler Damm in Richtung der Bundesstraße 401, als bei starken Sturmböen ein massiver Baum auf die Fahrbahn kippte. Drei Personen aus der Gemeinde Edewecht blieben unverletzt. Der VW Bus wurde jedoch derart stark beschädigt, dass das Fahrzeug nicht mehr fahrbereit war und abgeschleppt werden musste. Die alarmierte freiwillige Feuerwehr aus Jeddeloh II war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort, um das Fahrzeug und auch die Fahrbahn von dem umgestürzten Baum zu befreien. Für diese Bergungs- und Aufräumarbeiten musste die Fahrbahn für rund eine Stunde voll gesperrt werden.

> Der Feuerwehrverband des Landkreises Aurich schrieb in der Nacht: „Victoria zeigt sich gnädig gegenüber Feuerwehren.“

Beeinträchtigungen bei der Bahn

Die Bahn konnte zwischenzeitlich unterbrochene Zugverbindungen am Abend und in der Nacht wiederherstellen. Zu Betriebsbeginn am Montagmorgen werde alles wieder rollen, hieß es von einem Bahnsprecher. Dennoch kommt es am Montagmorgen zu einigen Beeinträchtigungen:

„Bitte planen Sie für Reisen in Niedersachsen mehr Zeit ein“, teilte die Deutsche Bahn noch am Sonntagabend mit. Demnach mussten sturmbedingt mehrere Fernzüge umgeleitet werden und hielten deshalb nicht in Bremen und Osnabrück. Die Züge sollten ersatzweise in Hannover halten.

Aufgrund der Beeinträchtigungen durch das Sturmtief kann es auch im gesamten Netz der Nordwest-Bahn zu Verspätungen und Ausfällen kommen. Zwischen Bremen-Burg und Bremen-Vegesack wurde eine Bahnstrecke gesperrt, wie die Bahn am Montagmorgen mitteilte. Dort drohe ein Baum auf die Oberleitung zu fallen. Ansonsten rollten die Züge nach Angaben der Bahn am Montagmorgen wieder.

Nordseeküste von weiterer Sturmflut verschont

Trotz für ungemütliches Wetter sorgender Ausläufer des Sturmtiefs „Victoria“ ist Niedersachsens Nordseeküste von einer erneuten Sturmflut verschont geblieben. Der Hochwasserpegel stieg in Emden auf 1,09 Meter über das mittlere Hochwasser, wie eine Sprecherin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie am Montag in Hamburg mitteilte. Auf Borkum waren es 1,01 Meter, in Bremerhaven 1,08 Meter und in Bremen 1,19 Meter. Von einer Sturmflut an der Nordseeküste spricht man, wenn die Pegelstände 1,50 Meter erreichen. Das Bundesamt hatte zuvor für den Vormittag vor der Gefahr einer Sturmflut gewarnt.

Carneval in Damme verkürzt

Die Umzugsstrecke des Dammer Carnevalsumzug war wegen des Sturmtiefs verkürzt worden. Das ergab eine Besprechung der Beteiligten am Sonntagmorgen. Die Gruppen zogen nicht durch Osterdamme, sondern von der Marienstraße auf die Steinfelder Straße und bogen dann direkt auf die Große Straße ab.

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Feuerwehren wieder gefordert

In Neuenburg (Friesland) machte der starke Wind Feuerwehrkräften bei einem Großbrand zu schaffen.

Am Abend erreichte das Sturmtief dann die Region stäker. Auch wenn die Einsatzzahlen bisher bei weitem nicht an die von Tief Sabine heranreichen, hatten die Feuerwehren im Bremer Umland und der Hansestadt selbst einiges zu tun.

In Delmenhorst kippten unter anderem zwei Bäume im Uhlenbroker Weg um und mussten von der Feuerwehr zersägt und weggeräumt werden.

Im Emsland gab es bis zum Sonntagabend rund 28 sturmbedingte Einsätze, wie der Feuerwehrpressesprecher der Samtgemeinde Nordhümmling mitteilte. „Überwiegend galt es, Bäume zu beseitigen. In einigen Fällen waren auch Zäune umgekippt.“ Auch in Stade, Hameln und im Kreis Holzminden rückte die Feuerwehr wegen umgestürzter Bäume aus.

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„Victoria“ nicht so schlimm wie „Sabine“

Orkantief „Sabine“ hat in den Landeswäldern in Niedersachsen einen Schaden in mittlerer Größenordnung verursacht. Vor allem Fichten seien durch den Sturm abgeknickt worden, teilte eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums in Hannover mit. Im Vergleich zu Sturm „Friederike“ vor rund zwei Jahren sei „Sabine“ für Niedersachsen eher glimpflich verlaufen, hieß es vom Ministerium.

Auch am Sonntag wurde weiter vor dem Betreten der Wälder gewarnt. Schräg stehende Bäume und lose hängende Äste könnten jederzeit fallen.

Insgesamt wird davon ausgegangen, dass durch das Orkantief „Sabine“ am vergangenen Wochenende 200.000 Festmeter Sturmholz aus den Landeswäldern abtransportiert werden müssen. Die meisten Schäden gab es im Harz in den Bereichen rund um Clausthal-Zellerfeld, Seesen und Osterode.

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