Berlin /Im Nordwesten Übergriffe gegen Einsatz- und Rettungskräfte gehören für die Helfer in Deutschland inzwischen zum traurigen Alltag.

Eine jetzt veröffentlichte Studie des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zeigt, dass Rettungskräfte mindestens einmal im Jahr Gewalt erleben, wenn sie anderen helfen wollen. Beleidigungen und Beschimpfungen kommen dabei am häufigsten vor. Laut DRK-Studie haben rund 15 Prozent der Rettungskräfte auch schon tätliche Übergriffe erlebt.

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„Neben verbalen oder körperlichen Angriffen am Einsatzort sehen sich die Helfenden auch persönlichen Beleidigungen oder Verleumdungen in den neuen Kommunikationsmedien ausgesetzt, zumeist im Zusammenhang mit einem konkreten Einsatz“, berichtet Helmut Gels, Präsident des DRK-Landesverbandes Oldenburg. Auch über diese Übergriffe in den Sozialen Medien müsse gesprochen werden.

Auch die Polizei berichtet immer wieder von Angriffen auf Beamte und Rettungskräfte im Einsatz. „Wer Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindert, sie beleidigt oder sogar körperlich angreift, der handelt absolut verantwortungslos“, sagt Johann Kühme, Präsident der Polizeidirektion Oldenburg.

Laut der DRK-Studie komme Gewalt gegen Rettungskräfte mit 52 Prozent der Fälle am häufigsten in den Innenstädten vor, gefolgt von sozialen Brennpunkten. An dritter Stelle stehen bürgerliche Wohngegenden und Großveranstaltungen. Bei den tätlichen Übergriffen werde vor allem geschlagen, getreten und geschubst. Die Täter seien in drei Viertel aller Fälle die Patienten selbst.

Bei der nicht repräsentativen DRK-Studie wurden 425 Notfallsanitäter, Rettungsassistenten, Rettungssanitäter und weitere Rettungsdienstmitarbeiter befragt. Die Daten wurden von August bis November 2019 erhoben.

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Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte das Landeskriminalamt Niedersachsen mit, dass in 2019 in 244 Fällen mindestens ein Mitglied eines Rettungsdienstes Opfer einer Straftat geworden sei.  Wie der DRK-Rettungsdienst im Oldenburger Land das Problem erlebt, berichtet DRK-Fachberater Walter Rempe im Interview auf

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Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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