Oldenburger Land Nach dem verheerenden Brand in einer Diskothek in Santa Maria, Brasilien, stellt sich auch die Frage nach der Sicherheit von Veranstaltungsräumen im Oldenburger Land.

Peter Nieslony vom Bauordnungsamt aus dem Landkreis Oldenburg reagiert auf die Katastrophe: „Wir werden in der kommenden Woche vorsorglich Diskotheken im Landkreis kontrollieren.“ Vor allem werde bei den Inspektionen auf die Fluchtwegsituation und die Dekoration geachtet. „So halten wir das Brandrisiko so gering wie möglich“, weiß er.

Jens Rolfsen, Betriebsleiter der Diskothek Fun Factory in Wildeshausen, sagt, so eine Katastrophe könne in seinem Betrieb nicht passieren. Mit den allgemeinen deutschen Sicherheitsstandards wäre ein solcher Unfall nicht möglich, ist er überzeugt.

Schortens: Jens Hinrichs, Inhaber der Diskothek „Nachtschicht“ in Schortens (Kreis Friesland), weist auf die strengen Brandschutz-Vorgaben in Deutschland hin. In seinem Betrieb seien die übererfüllt: „Wir haben sechs statt drei Notausgänge für 450 Quadratmeter Fläche, zudem gibt es acht Feuerlöscherdas Personal ist in der Nutzung geschult.“ Im Brandfall würde die Zuluftanlage automatisch gestoppt und die Abluftanlage gestartet.

Außerdem wird eine Rettungsgasse freigehalten und Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Damme sind an beiden Tagen am Umzugsweg postiert.

Hude: Vor allem die Halle am Huder Bach wird für große Veranstaltungen gemietet. Die Halle wird von der Gemeinde Hude verwaltet, die dabei streng nach der Versammlungsstättenverordnung vorgeht. „Vor jeder Veranstaltung treffen wir uns zu einer Begehung mit dem jeweiligen Veranstalter, um sicherzustellen, dass alle Vorgaben eingehalten werden“, erklärt Uwe Schubert von der Gemeinde.

Obwohl laut Verordnung etwa 2200 Menschen zu Veranstaltungen in der Halle zugelassen wären, hat die Gemeinde die Höchstzulassung von sich aus auf 2000 Menschen begrenzt. Es gibt elf Notausgänge.Vor zwei Jahren wurden einige der rund 11 Notausgänge nochmals erweitert, indem feste Elemente zwischen den Flügeln der Türen entfernt wurden.

Auch Peter Burgdorf, der die Halle häufig für Großveranstaltungen mietet, bestätigt die genaue Vorgehensweise. Die Halle verfüge über Notausgänge in alle vier Richtungen und alle Gänge würden nach draußen führen, es gibt also keine „Sackgassen“.

Burgdorf beschäftigt einen eigenen Brandschutzbeauftragten, der zusammen mit dem Mitarbeiter der Gemeinde vor jeder Veranstaltung die Brandschutzmaßnahmen überprüft. „Gerade an der Halle am Huder Bach geht man sehr sensibel mit dem Thema um, und prüft, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind“, so Burgdorf.

Cloppenburg: „Wir haben sieben Notausgänge, die immer frei sind“, sagt Richard Schmitz, Geschäftsführer der Cloppenburger Diskothek „Bel Air“. Erst im vergangenen Jahr habe es eine Brandschutzüberprüfung gegeben, bei der es laut Schmitz keinerlei Beanstandungen gegeben hatte. Veranstaltungen mit dem Einsatz von Pyrotechnik hatte es allerdings im Bel Air in den vergangenen sechs Jahren nicht gegeben.

Damme: Auch bei den Dammer Carnevalsumzügen (Kreis Vechta) am 3. und 4. Februar sind die Sicherheitsanforderungen hoch. Nach Angaben der Polizei darf zwischen den Umzugswagen nicht – wie früher durchaus üblich – gegrillt werden. Die Mitnahme von Benzin in Kanistern u.ä. Behältern für die Stromaggregate auf den Umzugswagen ist untersagt; Feuerlöscher müssen vorhanden sein.

Uwe Schubert von der Gemeinde weiß von keinen Vorfällen, die es in dieser Hinsicht in der Halle am Huder Bach gegeben hätte. Pyrotechnik sei in der Halle nicht erlaubt, auch das Rauchen ist dort verboten. Trotzdem wird jedes Mal das Dekomaterial überprüft, zu einer Party unter dem Motto „Scheunenfete“, sollten einmal Strohballen als Dekoration verwendet werden, da es sich dabei aber um leicht brennbares Material handelt, wurde dies nicht gestattet, und die Veranstalter mussten es wieder entfernen.

Bei der Abnahme der Räumlichkeiten mit dem Veranstalter wird sichergestellt, dass die Ausgänge erreichbar und nicht zugestellt sind. Die Funktion der Türen wird geprüft und auch das verwendete Dekomaterial wird auf Brennbarkeit überprüft. Außerdem gibt es die Vorgabe, dass hinter jedem Tresen und an der Bühne Feuerlöscher bereit stehen müsssen und das Personal entsprechend geschult wird. Für Veranstaltungen in der Halle am Huder Bach ordnet die Gemeinde außerdem ein Ordnerteam an, das im Notfall eingreifen kann.

Tange: Als vorbildlich bezeichnen Gemeinde und Landkreis die Sicherheitsvorkehrungen in der Diskothek in Tange (Landkreis Ammerland). Das erst kürzlich überarbeitete Sicherheitskonzept wird zurzeit von einem Gutachter geprüft, um es weiter zu optimieren. Auch die Feuerwehren kennen sich in dem Gebäudekomplex aus und haben hier schon Übungen absolviert. Besondere Vorschriften gelten, wenn Pfingsten bis zu 30 000 Besucher erwartet werden.

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