Verfahren Vor Oldenburger Landgericht
Delmenhorster soll Sohn im Wahn gewürgt haben

Der 44-Jährige soll versucht haben, den Neunjährigen zu ermorden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Vater zur Tatzeit schuldunfähig war.

Bild: David-Wolfgang Ebener/dpa
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Delmenhorst /Oldenburg Mit einer unfassbaren Tat muss sich seit Dienstag die Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes beschäftigen. Ein Vater (44) aus Delmenhorst hat am 8. April dieses Jahres versucht, seinen neunjährigen Sohn zu ermorden. Er hatte den in seinem Bett schlafenden, arg- und wehrlosen Jungen auf den Fußboden gezerrt und so lange und intensiv gewürgt, dass der Neunjährige schwarz anlief.

Die Staatsanwaltschaft hat das unfassbare und brutale Geschehen als versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung gewertet, aber nicht angeklagt. Sie geht davon aus, dass der 44-Jährige aufgrund einer schizophrenen Erkrankung zur Tatzeit schuldunfähig war. Deswegen handelt es sich bei dem jetzigen Verfahren auch nicht um ein Anklageverfahren, sondern um ein sogenanntes Sicherungsverfahren.

Ein Sicherungsverfahren, in dem es nur „Beschuldigte“ und keine „Angeklagten“ gibt, zielt in der Regel auf die Unterbringung einer beschuldigten Person in der geschlossenen Psychiatrie ab.

Von dem Beschuldigten gehe für die Allgemeinheit eine große Gefahr aus, stellte Oberstaatsanwalt Thomas Sander fest. Die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Frederik Franz wies am Dienstag darauf hin, dass es im vorliegenden Verfahren nicht um eine Bestrafung des 44-Jährigen gehe.

Der Beschuldigte lebt getrennt von seiner Familie. Zur Zeit des Vorfalls war er aus Russland angereist und hatte seine Familie in Delmenhorst besucht. Der Delmenhorster Verteidiger Axel Heinken erklärte für seinen Mandanten, dieser stelle die Tat nicht in Abrede, könne sich daran aber nicht mehr erinnern. Nur noch Bruchstücke seien vorhanden.

Die besondere Tragödie: Der Beschuldigte liebt seinen Sohn „abgöttisch“. Stunden vor der Tat war er mit ihm Eis essen, hatte mit dem Jungen gespielt. Nachts dann sah er seinen Sohn bedroht. In seinem Wahn hatte er in der Wohnung einen großen schwarzen Hund entdeckt, der den Jungen habe angreifen wollte.

Um das zu verhindern, hatte er den großen schwarzen Hund erwürgen wollen. Tatsächlich aber würgte er nicht den Hund, sondern seinen Sohn.

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