Cloppenburg /Oldenburg Sonntagabend, 22.01 Uhr in Osnabrück. Ruckelnd fährt die Nordwest-Bahn nach Oldenburg los. Doch an diesem Abend heißt die Endstation Cloppenburg. Das Stichwort lautet: Schienenersatzverkehr. Vor Ort haben die Zuggäste – laut Plan – zehn Minuten Zeit zum Umsteigen.

Kurz hinter Bramsche kommt ein freundlicher Zugbegleiter durch die fast leeren Reihen und fragt nach den Fahrkarten. „Da müssen Sie aber in Cloppenburg umsteigen“, sagt er. Seit diesem Abend ist die DB Netz AG mit „Vegetationsarbeiten“ beschäftigt. Diese dauern noch bis Anfang März und betreffen die Linien RE 18 und RB 58.

Pünktlich um 22.55 Uhr trifft der Zug dann in Cloppenburg ein – hält jedoch einige Hundert Meter hinter dem Bahnhofsgebäude. Von Bussen ist erst einmal keine Spur. Erst hinter dem Backsteingebäude tauchen zwei große Reisebusse auf.

Nur eine weitere Frau sitzt in dem Bus. „Waren da noch andere Fahrgäste, die weiter fahren wollten?“, fragt ein Busbegleiter, der neben dem Fahrer sitzt, und schaut aus der Tür. Kurz darauf geht die Fahrt pünktlich um 23.05 Uhr los. Aus den Lautsprechern erklingt leise Radiomusik. Der zweite Bus folgt.

Nach einer Station steigt die Frau aus. Der Bus ist bis auf einen Fahrgast leer. „Heute ist der erste Abend“, sagt Marco Janßen, Disponent beim Saterländer Omnibusbetrieb Wilhelm Janßen, der für den Schienenersatzverkehr beauftragt wurde. Die erste Fahrt von Oldenburg nach Cloppenburg um 22.30 Uhr hätten noch rund 30 bis 40 Leute wahrgenommen. Maximal können in den beiden Bussen 180 Personen transportiert werden. „Vermutlich wird es unter der Woche mit den Berufspendlern noch mehr genutzt.“

In Großenkneten greift der Disponent kurz zum Handy und fragt nach dem richtigen Weg über den Parkplatz am Bahnhof. Die Straßen und Kurven sind teilweise sehr eng. „Wir fahren die Strecke zum ersten Mal. Kleinigkeiten müssen sich noch einspielen.“ Das gilt auch für die Bahnhöfe: „Die Ansagen sind teilweise recht leise. Die Frau in Cloppenburg haben wir vom Bahnsteig abgeholt, weil sie nichts vom Schienenersatzverkehr mitbekommen hatte.“ Aber: Hinweisschilder seien überall aufgestellt.

„Für uns ist das auch mal etwas anderes“, sagt Janßen. Normalerweise sei das Unternehmen für den Linienverkehr zwischen Barßel und Cloppenburg verantwortlich.

In Huntlosen steigt um 23.45 Uhr ein weiterer Gast ein. Marcel Blachnik ist auf dem Weg zur Arbeit und fährt eine Station bis nach Sandkrug. „Heute hat alles geklappt – das ist nicht immer der Fall“, freut er sich und fügt hinzu: „Alleine im Bus zu sitzen hat was.“ Doch auch der Zug sei um diese Uhrzeit relativ leer. „Wenn’s hoch kommt, fahren da fünf Leute mit.“

Um 0.27 Uhr kommen die beiden Busse mit ein paar Minuten Verspätung in Oldenburg an. Für die Busfahrer ist die Fahrt da noch lange nicht vorbei – erst gegen 1.43 Uhr werden sie in Wilhelmshaven eintreffen.


Mehr Infos zum Schienenersatzverkehr unter   www.nordwestbahn.de/de/baustellen 
Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
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