Bremen /Schwanewede Das Schicksal von Jutta Fuchs bleibt auch 25 Jahre nach ihrem Verschwinden rätselhaft. Im Mordprozess gegen ihren früheren Lebensgefährten vor dem Bremer Landgericht mussten die Ermittler der Polizei am Dienstag eingestehen, dass sie im leergepumpten Tietjensee keine neuen Beweise für einen Mord an der damals 29-Jährigen finden konnten. In einer Sitzungspause zeigte sich der Verteidiger des 58-Jährigen zuversichtlich, dass das Verfahren gegen seinen Mandanten nun in Kürze eingestellt werden wird.

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Während die eine Seite triumphierte, musste der führende Ermittler der Polizei gestern eine quälend lange Befragung über sich ergehen lassen. Der Vorsitzende Richter, Helmut Kellermann, ließ sich jedes Details der ergebnislosen Suche im See ausführlich erklären und den Beamten deutlich spüren, was er von einem derartigen Stochern im Nebel auf Kosten des Steuerzahlers hält.

Tatsächlich hatten die Ermittler angesichts des drohenden Freispruchs ihres Hauptverdächtigen in den vergangenen Wochen enormen Aufwand getrieben. Bodenradar-Experten aus Holland, der Kampfmittelräumdienst, kroatische Leichspürhunde und unzählige Polizisten durchsiebten im wahrsten Sinne des Wortes den gesamten Schlick des Tietjensees – und fanden gar nichts. Zumindest könne man nun absolut sicher sein, dass es im See keine Beweismittel mehr gibt, fasste der Beamte das Ergebnis der kostspieligen Aktion zusammen.

Wenn sich an der dürftigen Beweislage gegen den Angeklagten nicht noch schnell etwas ändert – auch dran ließ der Richter am Dienstag keinen Zweifel aufkommen – wird der Fall in der kommenden Woche zu einem Ende kommen. Weitere Zeit für Ermittlungen werde es ohne konkreten Ansatz nicht geben.

Gut möglich also, dass der Verbleib von Jutta Fuchs für immer ungeklärt bleiben wird. „Man hätte vielleicht früher so intensiv ermitteln müssen“, so Kellermann.

Jörg Jung Redakteur / Newsdesk
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