Bremen /Hannover Die Bundespolizei ist am Mittwoch in sechs Bundesländern gegen Schleuser vorgegangen und hat zahlreiche Objekte durchsucht. Die Aktion im Auftrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück richte sich gegen eine Tätergruppe, die gewerbsmäßig Ausländer einschleuse, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Hannover. Außerdem gehe es um Falschbeurkundung und die illegale Überlassung von Arbeitnehmern.

Verdächtiger verhaftet

Schwerpunkt der Razzien war im Nordwesten: In Bremen wurden elf Objekte durchsucht worden, in Niedersachsen 18 Objekte, sagte der Sprecher der Bundespolizei auf Nachfrage unserer Zeitung. Durchsucht wurden Wohnungen, Einfamilienhäuser und auch Gewerbeobjekte. Im Einsatz waren die Ermittler unter anderem in Garrel und Friesoythe (Kreis Cloppenburg) und Lohne (Kreis Vechta), in den Landkreisen Oldenburg – laut NWZ-Informationen wurde ein Firmenobjekt in Wardenburg durchsucht – und Ammerland sowie in Bad Essen und in Quakenbrück im Landkreis Osnabrück.

Im Landkreis Osnabrück wurde zudem ein Verdächtiger festgenommen. Der 52-Jährige soll der Kopf der Schleuserbande sein. Inzwischen sei Haftbefehl erlassen worden, sagte der Sprecher.

Weitere Durchsuchungen gab es daneben in den Ländern Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz. 510 Bundespolizisten waren im Einsatz.

Arbeit zu Billiglöhnen

Die Beschuldigten sollen vor allem ukrainische Staatsangehörige im Ausland angeworben und nach Deutschland geschleust haben. Die Einreise und der Aufenthalt wurden touristisch begründet, um einen sonst erforderlichen Aufenthaltstitel zu umgehen. In Deutschland wurden sie zur illegalen Beschäftigung vermittelt. Für Billiglöhne arbeiteten sie bei Reinigungsfirmen, in Großschlachtereien und Handwerksbetrieben.

Die ukrainischen Arbeitskräfte nutzten den Angaben zufolge gefälschte EU-Ausweisdokumente zur Anmeldung bei Behörden und Sozial- und Rentenversicherungsträgern. Die Beschuldigten hätten die Arbeitskräfte dabei unterstützt, sie über eine eigene Agentur an verschiedene Firmen vermittelt und ihnen auch Unterkünfte im Umkreis der Arbeitsstätten angeboten.

Die Verdächtigen wurden erkennungsdienstlich behandelt. Als Beweismittel beschlagnahmten die Beamten Datenträger wie Laptops und Mobiltelefone, Dokumente, Bargeld und mehrere Waffen.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Friesoythe / Redaktion Münsterland
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