Hannover Deutschlands frühere First Lady Bettina Wulff ist sich ihrer Sache sicher: „Wenn eine Frau in einer extremen Notsituation ihren Säugling in eine Babyklappe legt, ist das immerhin ein Weg ins Leben für das Kind. Keine Mutter wird das leichtfertig tun.“ Diese Überzeugung ist für die getrennt lebende Ehefrau des früheren Bundespräsidenten die Antriebsfeder ihrer neuen Mitarbeit beim hannoverschen „Notruf Mirjam“. Zu dem evangelischen Netzwerk für schwangere Mädchen und Frauen in Notsituationen gehört auch eine Babyklappe am Friederikenstift in Hannover. Doch das eigentliche Herzstück des Projekts ist der Notruf. Seit dem Sommer ist Wulff – abseits von öffentlicher Wahrnehmung – eine von 25 Helferinnen an der Hotline. Zweimal im Monat trägt sie jeweils 24 Stunden lang, wo sie geht und steht, ein Handy mit sich herum, um Anruferinnen jederzeit zu beraten.

„Mich hat überrascht, dass die Frauen aus allen Altersgruppen kommen“, erzählt die 40-Jährige. Ältere Frauen, die sich über das Thema Adoption informieren wollten, gehörten genauso dazu wie schwangere junge Mädchen, die nicht mehr weiter wüssten. „Es ist großartig, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und ihnen Wege zu zeigen, um Kurzschlussreaktionen zu verhindern. Wir können schnell und unbürokratisch Hilfe anbieten.“

Genau das war die Absicht der damaligen Landesbischöfin Margot Käßmann, als sie 2001 das Projekt gründete. Ihr ging es um konkrete Unterstützung für Mütter und Kinder. Zwar gibt es inzwischen bundesweit rund hundert Babyklappen, doch „Mirjam“ gilt als das umfassendste Hilfsangebot.

Das Projekt arbeitet eng mit diakonischen Einrichtungen zusammen. Hier werden die Frauen vor und nach der Geburt betreut, erhalten Wohnmöglichkeiten sowie Ausbildungs- und Berufsberatung.

Bis heute haben Mitarbeiterinnen wie Bettina Wulff rund 13 000 Hilfesuchenden am Telefon beigestanden. Lediglich 22 gaben ihr Kind zur Adoption frei. Vier von insgesamt zwölf Müttern, die ihr Kind im Körbchen ablegten, entschieden sich im Nachhinein doch noch für ihr Baby.

Wulff, die inzwischen eine PR-Agentur in Hannover betreibt, will künftig auch gezielt Spenden für „Mirjam“ einwerben. Denn darüber läuft die alleinige Finanzierung. An Gelder sei aber schwer heranzukommen.

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