BRAKE Gegen die Kinderkrippe „Zwergnase“ läuft ein Ermittlungsverfahren. Das hat Kathrin Schmelzer als Vertreterin der Staatsanwaltschaft Oldenburg am Donnerstag auf Nachfrage der NWZ  bestätigt. Zu den genauen Hintergründen konnte sie nichts sagen. Nur so viel: Es geht um den Verdacht eines versuchten Subventionsbetruges. Das Verfahren befinde sich erst am Anfang. Deshalb sei noch völlig offen, was bei der Sache herauskommen werde, so die Staatsanwältin.

Grundlage der Ermittlungen seien Unterlagen, die die städtische Dezernentin Angelika Fischer am 9. Juni mit der Bitte um Überprüfung der Braker Polizei übergeben hatte. Das bestätigt auch Knut Matthiesen als Leiter des Kriminalermittlungsdienstes des Polizeikommissariats Brake. Bei einer ersten Durchsicht der Unterlagen habe er keine Hinweise darauf gefunden, dass sich jemand persönlich habe bereichern wollen, so Matthiesen. Gleichwohl seien die Papiere zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft in Oldenburg gegangen.

Von der Stadt, die die jetzt laufenden Ermittlungen ausgelöst hat, war am Donnerstag keine Stellungnahme zu bekommen. „Kein Kommentar“, sagte Dezernentin Angelika Fischer mit Verweis darauf, dass es sich um ein laufendes Verfahren handele.

Die in der Langen Straße 276 ansässige Kinderkrippe „Zwergnase“ wurde vor sechs Jahren ins Leben gerufen. Träger ist ein Verein, dem Hermann Mohrschladt und Reiner Browatzki vorstehen. Leiterin der Krippe ist Maike Browatzki, der auch das Haus gehört, in dem die 15 Kinder betreut werden. Sie vermietet die Räumlichkeiten an den Trägerverein.

Im Oktober 2010 hatte die Krippe, die von der Stadt Brake als solche anerkannt ist und auch entsprechend bezuschusst wird, einen Anbau eingeweiht. Finanziert worden war dieser Anbau unter anderem mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Richtlinie Investition Kinderbetreuung“ (RIK). Allerdings klafft noch eine Finanzierungslücke von gut 13 800 Euro. Der Trägerverein hatte die Stadt gebeten, dieses Defizit auszugleichen. Dieses Gesuch war es offenbar, das den Stein ins Rollen gebracht hat. Eine Rolle spielt dabei zudem ein geänderter Mietvertrag, wie aus einem Vermerk der Polizei hervorgeht, der der NWZ  vorliegt. Der Vertrag sei hinsichtlich der Höhe des Mietzinses möglicherweise „verfälscht worden“, heißt es darin.

Hermann Mohrschladt sagt als einer der beiden Vorsitzenden des „Zwergnase“-Vereins, dass er „von den Vorwürfen völlig überrascht“ sei und sie für ihn „in keiner Weise nachzuvollziehen“ seien. Wenn die Stadt meine, Unstimmigkeiten ausgemacht zu haben, hätte sie das mit dem Trägerverein in einem Gespräch klären können. Die Eltern der Krippe, die auch Mitglieder in dem Verein sind, seien informiert und über die Vorgehensweise der Stadt „sehr verärgert“, so Mohrschladt. Der Verein werde juristische Schritte gegen die Verantwortlichen der Stadtverwaltung einleiten, kündigte er an.

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Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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