Weener Im Fall der zerstörten Friesenbrücke bei Weener (Landkreis Leer) hat die Staatsanwaltschaft Aurich nach eigenen Angaben eine sofortige Beschwerde gegen den Beschluss des Amtsgerichts Leer eingelegt. Das Gericht hatte vorige Woche die von ihr beantragten Strafbefehle gegen den 53 Jahre alten Kapitän und den 57-jährigen Lotsen abgelehnt. Nach Einschätzung des zuständigen Richters habe es an Bord der „Emsmoon“ kein besonderes Maß an Pflichtvergessenheit gegeben. Vielmehr habe ein Missverständnis bei der Kommunikation zwischen Frachter und Brücke zu dem verhängnisvollen Schiffsunfall am 3. Dezember 2015 geführt.

Die Strafverfolger zweifeln nun an der Zuständigkeit des Gerichts: „Entgegen unserer ursprünglichen Annahme sind wir zu der Auffassung gelangt, dass das Amtsgericht in Leer gar nicht für den Fall zuständig ist“, sagte Helge Ommen, stellvertretender Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage. Da es sich um eine Schiffsangelegenheit handele, habe vielmehr das Schifffahrtsgericht in Emden zu entscheiden.

Um die Beschwerde müsse sich nun das zuständige Beschwerdegericht kümmern, sagte Ommen. Das sei entweder das Landgericht Aurich oder das Oberlandesgericht in Oldenburg. Die Staatsanwaltschaft rechnet laut Ommen mit einer „zeitnahen Entscheidung“. Wird die Beschwerde abgelehnt, bleiben der Kapitän und der Lotse straffrei.

Beim Wiederaufbau der Brücke wird die „kleine Lösung“, bei der das zerstörte Teil vollständig erneuert werden muss und die restliche Brücke saniert wird, unterdessen immer wahrscheinlicher. Das würde die Planungs- und Bauzeit auf etwa fünf Jahre verkürzten. Ein Neubau könnte doppelt so lange dauern.

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