NEUENHUNTORF Eine Woche nach der Havarie des Binnenschiffs „Janine“ bei Neuenhuntorf (Kreis Wesermarsch) haben die Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle begonnen. Eine Spezialfirma aus den Niederlanden ist mit Schwimmkran „Triton“ und einem Arbeitsponton vor Ort.

„Zunächst wird das Wasser aus dem Schiff gepumpt. Das kann noch bis in die Nacht dauern“, sagte Albert Engelsmann, Geschäftsführer der Bergungsfirma Wagenborg aus Delfzijl. Dann wird es spannend: „Um ein Uhr nachts am Mittwoch haben wir wieder Hochwasser in der Hunte. Dann heben wir den Havaristen an und versuchen, ihn vom Ufer wegzudrehen.“ Anschließend werde die „Janine“ in eine Werft nach Haren geschleppt. 100 000 Euro kostet die Bergung des gesunkenen Binnenschiffs nach Angaben des Geschäftsführers.

Fahrrinne wird geprüft

Vier große Wasserpumpen liefen am Dienstagnachmittag an Bord des Pontons. Mit Folie, Holzbrettern und sogar einer Matratze versuchten die Arbeiter der Spezialfirma, Lecks und die Knickstelle in der Mitte des Schiffs abzudichten. Um den tonnenschweren Frachter anzuheben, wurden zuvor armdicke Stahltrossen unter dem Rumpf hindurchgezogen und nahe der Bruchstelle positioniert.

Ob es gelingt, die „Janine“ in einem Stück zu heben, war am Dienstag noch nicht klar. Es wäre die schnellste Lösung. „Ist das Schiff so schwer beschädigt, dass es nicht schwimmfähig ist oder zerbricht, muss es zersägt werden“, erklärte Rüdiger Oltmanns vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen. Das könne dann lange dauern. Noch sei deshalb nicht absehbar, wann die Hunte wieder für den Verkehr freigegeben werden können. Zuvor müsse die Fahrrinne am Unglücksort genau überprüft werden.

Kapitän optimistisch

Momentan müssen Binnenschiffe mit dem Zielhafen Oldenburg einen Umweg von zwei Tagen über die Weser, den Mittellandkanal und den Küstenkanal in Kauf nehmen.

Als Unfallursache wird nach bisherigem Stand der Ermittlungen ein Ruderausfall vermutet. Es wird geprüft, ob dem Schiffsführer ein strafrechtlicher Vorwurf zu machen ist. Wenn das Wrack geborgen ist, soll es deshalb genau untersucht werden.

Der Kapitän aus den Niederlanden äußerte sich nicht zum Geschehen. Bei den Bergungsarbeiten packte er kräftig mit an. „Er ist optimistisch, dass sein Schiff repariert werden kann“, erzählte Albert Engelsmann.

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