EMDEN Kein Geständnis, aber Indizien: Nach dem Mord an der elfjährigen Lena in Emden streitet der festgenommene 17-Jährige die Tat ab, doch die bisherigen Ermittlungen sprechen gegen den Berufsschüler. Dies teilte die Polizei am Donnerstag in der ostfriesischen Stadt mit.

Der junge Mann habe für die Tatzeit kein Alibi und habe sich bei der Vernehmung in Widersprüche verstrickt, sagte der Leiter der Mordkommission, Werner Brandt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Sexualverbrechen aus.

Der Verdächtige sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft, weil er das Mädchen am Samstag in einem Parkhaus in der Innenstadt umgebracht haben soll. Grund: Der mutmaßliche Täter wollte nach den Worten des Staatsanwalts Bernard Südbeck ein Sexualverbrechen verdecken.

Unterdessen mischt sich unter die Trauer der Emder Bevölkerung auch offener Hass auf den Verdächtigen. Hassparolen tauchten erst im Internet auf und wurden schließlich von Passanten aufgegriffen. Als der Verdächtige beim Haftrichter vorgeführt wurde, hörten Augenzeugen Rufe wie „Hängt ihn auf, steinigt ihn“.

Ähnliche Szenen spielten sich in der Nacht zum Mittwoch ab, als bis zu 50 Menschen stundenlang das Emder Polizeihaus belagerten. Ein 18-Jähriger hatte zuvor im Internet die Stürmung des Gebäudes gefordert, um den Festgenommenen herauszuholen. „Das war ein Aufruf zur Lynchjustiz“, sagt Kriminalrat Martin Lammers. Erst in den Morgenstunden löste sich die Menge auf. Die Polizei hat rechtliche Folgen angekündigt.

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