Oldenburg /Hannover Selbst mit einem finanziellen Anreiz sind nur wenige Studenten dazu zu bewegen, sich zu Beginn ihres Studiums auf eine künftige Tätigkeit als Landarzt festzulegen. Im niedersächsischen Landarzt-Stipendium für Medizinstudenten sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) noch etwa 30 der 60 Stellen frei.

Das Stipendium unterstützt künftige Ärzte während ihres Studiums für maximal vier Jahre mit 400 Euro im Monat. Im Gegenzug verpflichten sich diese, ihren Facharzt in Allgemeinmedizin in Niedersachsen zu machen. Nach dem Abschluss arbeiten die Stipendiaten so lange als Hausarzt in einer ländlichen Region, wie sie Geld erhalten haben. An der Uni Oldenburg wird das Stipendium nur von einem Medizin-Studenten wahrgenommen.

Nach KVN-Angaben studieren die Stipendiaten an folgenden Universitätsstandorten: Oldenburg, Hannover (12), Hamburg (2), Duisburg/Essen, Leipzig (2), Regensburg, Heidelberg, Magdeburg (3), Tübingen, Rostock (2), Göttingen (3) und Bochum.

„Aus unserer Sicht hat sich die Nachfrage gut entwickelt. Man darf nicht vergessen, dass sich junge Menschen am Anfang ihres Studiums darauf festlegen, sich frühestens in zwölf Jahren in einer ländlichen Region Niedersachsens niederzulassen. Dies können und wollen viele Studenten nicht“, betont KVN-Sprecher Detlef Haffke.

Von rund 14 600 Ärztinnen und Ärzten im ländlichen Raum gehen bis 2030 etwa 5000 Mediziner in den Ruhestand. Schon jetzt sind rund 350 der mehr als 5100 Hausarztsitze nicht besetzt. Auffällig viele offene Stellen entfallen auf die Regionen Delmenhorst, Cloppenburg, Leer-Süd, Meppen, Nordhorn und Buxtehude. Knapp ein Drittel der Regionen sind dagegen für neue Niederlassungen gesperrt, dort gibt es mehr als genügend Ärzte, etwa im Raum Jever, Varel, Oldenburg, in Teilen des Ammerlandes sowie in Wildeshausen, Vechta und in Osnabrück.

Unterdessen herrscht sowohl in der Großen Koalition als auch unter Verbänden Uneinigkeit in der Frage, ob Niedersachsen eine gewisse Zahl von Medizin-Studienplätzen an eine spätere Tätigkeit auf dem Land (Landarztquote) binden sollte. Die SPD ist für, die CDU gegen eine Landarztquote. Ähnlich verhält es sich bei der Ärztekammer Niedersachsen, die dagegen ist, und bei der KVN, die sich für eine solche Quote ausspricht.

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Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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