Oldenburg Wenn es im Garten summt und brummt, schlägt das Herz vieler Naturfreunde höher. Manchen Naturfreunden genügt die lebendige Vielfalt, andere möchten genau wissen, welches Insekt sie vor sich haben.

Das herauszufinden, kann aber eine Herausforderung sein, haben die Teilnehmer in einem Workshop im Landesmuseum für Natur und Mensch erfahren. In einer eineinhalbstündigen Bestimmungsübung hat ihnen der Experte Michael Demanowski einen Eindruck davon vermittelt, wie anspruchsvoll diese Aufgabe sein kann.

Zur theoretischen Einordnung erläuterte er: Insekten sind die artenreichste Klasse der Tiere überhaupt. Weltweit gibt es schätzungsweise eine Million Insektenarten. 60 Prozent der Tierarten auf der Erde sind Insekten.

Wie gehe ich also vor, wenn ich wissen will, was da krabbelt oder fliegt?

Zunächst einmal geht es um die Frage, ob es sich überhaupt um einen Gliederfüßer handelt, also um Insekten, Spinnentiere, Krebse oder Tausendfüßer. Demanowski stellt klar: „Insekten haben immer drei Beinpaare, also sechs Beine. Spinnen haben vier Beinpaare, also acht Beine.“ Das heißt schon einmal: Spinnentiere gehören nicht zu den Insekten, sie sind Kieferklauenträger. Eine weitere Zuordnung, bei der Laien leicht Fehler unterlaufen: Asseln zählen ebenfalls nicht zu den Insekten, sondern zu den höheren Krebsen.

In einem weiteren Schritt bei der Bestimmung geht es um die Insektenordnung. Innerhalb der Klasse der Insekten gibt es über 30 verschiedene Ordnungen, zum Beispiel Heuschrecken, Hautflügler, Käfer. Innerhalb der Ordnungen folgt die Unterteilung in Familien, beispielsweise Rüsselkäfer, Bockkäfer, Laufkäfer.

Ziel des Workshops war es, bei Insektenpräparaten mit Hilfe eines Mikroskops und des dicken Fachbuches „Bestimmung wirbelloser Tiere“ von Müller/Bährmann die Art zu erkennen. Das klappte mal mehr, mal weniger gut. Die Kommentare reichten von „Juchhu, ich habe einen Hainlaufkäfer erkannt“ bis „Ach, das ist ja zum Verzweifeln“.

Der Bestimmungskursus ist Bestandteil der Aktion „Zählen, was zählt“ des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Die Naturschützer laden zum Insektenzählen ein und haben dafür acht Kernarten benannt, die vergleichsweise einfach zu erkennen sind: Ackerhummel, Blaue Holzbiene, Kleiner Fuchs, Blaugrüne Mosaikjungfer, Grünes Heupferd, Schwalbenschwanz, Siebenpunkt-Marienkäfer und Streifenwanze. Ein dankbares Bestimmungsobjekt ist der Marienkäfer. Der heimische Marienkäfer hat sieben schwarze Punkte auf seinen roten Flügeln, der asiatische ist äußerst variabel in Punktzahl und Farbe, weshalb er auch als Harlekin-Marienkäfer bezeichnet wird. Sehr hilfreich bei der Bestimmung ist die Nabu-App „Insektenwelt“. Gezählt wird noch bis zum 11. August – und jeder kann mitmachen.

Wer Lust auf Insektenkunde bekommen hat: Im Workshop „Die große Vielfalt der Wildbienen“ des Landesmuseums am Dienstag, 13. August, von 14 bis 15.30 Uhr sind noch Plätze frei. (Anmeldung erbeten unter Telefon 0441/40570 300)


     www.naturundmensch.de 
Den Online-Meldebogen zur Zähl-Aktion des Nabu sowie alle weiteren Informationen finden Sie unter   www.insektensommer.de 
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Irmela Herold Redakteurin / Online-Redaktion
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