Oldenburg Die Aufstockung der Studienplätze an der European Medical School (EMS) von 40 auf 200 ist nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft der Landkreise und kreisfreien Städte in Weser-Ems zwingend notwendig, um die Versorgung der Nordwest-Region mit Ärzten zu gewährleisten. Ihr Vorsitzender, Ammerland-Landrat Jörg Bensberg, wies auf die Berechnungen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hin, wonach bundesweit bis 2025 19 000 Hausärzte nachrücken müssten, um den Bedarf zu decken. Im Nordwesten würde das ein Defizit von 1650 Hausärzten bedeuten und weitere 475 bis 2035.

In einem Schreiben an die zuständigen Minister (Carola Reimann, Gesundheit; Birgit Honé, Regionalentwicklung; Björn Thümler, Wissenschaft; Reinhold Hilbers, Finanzen) weist Bensberg namens des Arbeitskreises auf die zugesagte Aufstockung der jährlichen Zuweisung für die Universitätsmedizin in Oldenburg auf 26 Millionen Euro ab 2020 hin. Der weitere Mittelaufwuchs auf 49 Millionen Euro bis 2026 sei aber in der mittelfristigen Finanzplanung nicht enthalten. Die Summe sei aber notwendig, um Personal einzustellen und die Fächerbreite abzubilden, wie sie für die Ausbildung von Humanmedizinern vorgeschrieben seien. Bensberg: „Eine verlässliche Personalplanung ist daher nicht möglich und damit auch keine Ausbildung von 200 Studierenden/Jahr.“

Eine weitere Sorge der Landkreise und Städte im Nordwesten bestehe wegen der baulichen Entwicklung. Benötigt werden Seminarräume für 200 Studenten pro Jahr (insgesamt 1200). Bisher habe die Universitätsmedizin aber nur Seminarräume für 40 Studenten pro Jahr erhalten. „Die Lehre für 200 Studierende pro Jahr ist damit auf keinen Fall realisierbar.“

Berechnung von Fachleuten eines Instituts für Hochschulentwicklung ergab nach Bensbergs Angaben ein Defizit von 19000 Quadratmetern für Lehre und Forschung. Ein Lehr- und Forschungsgebäude am Pophankenweg in Oldenburg soll die Lehrinfrastruktur für 200 Studierende pro Jahr beinhalten. Die Kosten belaufen sich auf 145 Millionen Euro. Das Wissenschaftsministerium habe aber nur 112 Millionen Euro angemeldet, basierend auf überholten Berechnungen.

Die Landkreise und kreisfreien Städte bitten deshalb darum, dass das Land die Freigabe der erforderlichen Mittel noch in diesem Jahr beschließt. Ohne die Baumaßnahme sei der Lehrbetrieb schon für 80 Studenten nicht möglich.

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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